HR-Transformation: KI treibt ProduktivitÀt um 34 Prozent
19.06.2026 - 14:49:35 | boerse-global.de
KĂŒnstliche Intelligenz beschleunigt operative Prozesse, wĂ€hrend strategische Steuerung und Fachkompetenz wichtiger werden.
Strategische Hoheit bleibt intern
Bei thyssenkrupp zeigt sich der Trend zur Neuausrichtung der HR-Strukturen. Im Zuge der Transformation zur Finanzholding warnt das Unternehmen davor, strategische Kernaufgaben auszulagern. Externe UnterstĂŒtzung sei nur fĂŒr spezifische Bereiche wie Kapitalmarktkompetenz oder KI-Beratung denkbar. Die strategische Hoheit mĂŒsse aber intern bleiben.
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KI ĂŒbernimmt zunehmend operative FleiĂarbeit. Das erhöht den Bedarf an hochwertiger strategischer Beratung innerhalb der Organisation.
KI als ProduktivitÀtstreiber
Der PwC Global AI Jobs Barometer 2026 bestĂ€tigt diesen Trend. Unternehmen, die KI zur VerstĂ€rkung menschlicher Expertise einsetzen, erzielen ein ProduktivitĂ€tswachstum von 34 Prozent. Weniger KI-affine Betriebe kommen nur auf 24 Prozent â gemessen seit 2018. Zudem wachsen die Belegschaften in diesen Firmen schneller.
Doch die Qualifikation der BeschĂ€ftigten hinkt hinterher. Nur 21 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland fĂŒhlen sich ausreichend fĂŒr den Umgang mit KI-Tools gerĂŒstet.
KI-generierte LebenslÀufe als Problem
Der KI-Einsatz im Personalwesen bringt auch Schwierigkeiten. Eine Studie von Robert Half zeigt: KI-generierte LebenslĂ€ufe verlangsamen den Einstellungsprozess fĂŒr die meisten HR-FĂŒhrungskrĂ€fte in Nordamerika. Die Gefahr: KI-Tools ĂŒbertreiben oder erfinden Berufserfahrungen. Das erfordert verstĂ€rktes menschliches Urteilsvermögen.
Gleichzeitig verĂ€ndert sich die Talentsuche. Unternehmen setzen vermehrt auf fĂ€higkeitsbasiestelllen (Skills-based Hiring) statt auf formale BildungsabschlĂŒsse. Plattformen wie AQIIDO HR oder Fusemachines unterstĂŒtzen diesen Trend mit KI-gestĂŒtzten Analysen von Arbeitsmarkt- und Bewerberdaten.
Gehaltstransparenz: Licht und Schatten
Trotz aller Technologie bleiben klassische administrative Rollen essenziell. Die Landeshauptstadt Stuttgart sucht derzeit FachkrĂ€fte fĂŒr Gehaltsabrechnung und Tax Compliance. Gefragt sind tiefe Kenntnisse in betrieblicher Altersvorsorge, PfĂ€ndungswesen und Lohnsteuer.
Das Thema Gehaltstransparenz bleibt in Deutschland schwierig. Eine Analyse von Index-Research fĂŒr das erste Quartal 2026 zeigt: Nur 23 Prozent der Stellenanzeigen enthalten konkrete Gehaltsangaben. Besonders niedrig ist die Quote im Marketing und PR mit 14 Prozent. Minijobs weisen mit 38 Prozent die höchste Transparenz auf.
Die Bundesregierung lieĂ die Umsetzungsfrist fĂŒr die EU-Entgelttransparenzrichtlinie am 7. Juni 2026 verstreichen. Eine verpflichtende Gehaltsangabe in Stellenanzeigen gibt es damit vorerst nicht flĂ€chendeckend.
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SAP-Migration als strategische Herausforderung
Ein wesentlicher Treiber fĂŒr den Wandel von HR-Rollen ist die Migration bestehender IT-Systeme. Die Wartung von SAP HCM ist bis Ende 2027 zugesagt, mit optionaler VerlĂ€ngerung bis 2030. Unternehmen mĂŒssen den Ăbergang in Cloud-Lösungen wie SuccessFactors gestalten.
Die Entgeltabrechnung (Payroll) zieht dabei nicht automatisch um. Das erfordert eine separate strategische Planung der Payroll-Struktur.
Stellenabbau in Kernindustrien
Die angespannte wirtschaftliche Lage fĂŒhrt zu massiven personellen Einschnitten. Ford baute im Juni 2026 rund 3.500 Stellen in Köln ab â Grund ist die schwache Nachfrage nach Elektromodellen. Auch der Chemiekonzern Evonik plant, zwischen 2027 und 2029 zusĂ€tzlich 3.200 Stellen zu streichen. Bereits bis Ende 2026 war ein Abbau von 2.800 Stellen vorgesehen.
Neue FĂŒhrung fĂŒr den Wandel
In diesem dynamischen Umfeld werden FĂŒhrungspositionen im Personalwesen neu besetzt. Nadine Henseler ĂŒbernahm die Rolle des People Director bei Carglass Deutschland. Sie trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr rund 2.400 Mitarbeiter und berichtet direkt an die GeschĂ€ftsfĂŒhrung. Ihre Aufgabe: die Belegschaft durch Phasen der Transformation und des strukturellen Wandels fĂŒhren.
