Ladendiebstahl, Deutschland

Ladendiebstahl: Einzelhandel warnt trotz weniger Anzeigen

20.04.2026 - 17:29:31 | dpa.de

In deutschen GeschĂ€ften wird viel gestohlen. Die Zahl der registrierten LadendiebstĂ€hle ist 2025 zwar zurĂŒckgegangen. Im Einzelhandel sorgt das jedoch nicht fĂŒr Aufatmen.

Der Handelsverband fordert eine wirksamere BekĂ€mpfung von Ladendiebstahl. (Symbolbild) - Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Ladendiebstahl bereitet dem Einzelhandel in Deutschland trotz rĂŒcklĂ€ufiger Anzeigen weiter große Sorgen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik sank die Zahl erfasster einfacher LadendiebstĂ€hle 2025 gegenĂŒber dem Vorjahr um knapp 6 Prozent auf gut 357.600 FĂ€lle. Zudem wurden rund 25.400 schwere LadendiebstĂ€hle registriert, und damit etwa so viele wie 2024. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht «keinen Grund zur Entwarnung». 

Die Statistik bildet aus Sicht von Branchenexperten nur einen kleinen Teil der RealitÀt ab und erlaubt keine belastbaren Aussagen zu Trends. Das liegt vor allem an der hohen Dunkelziffer. Viele Delikte werden nicht bei der Polizei angezeigt und tauchen deshalb in der Statistik nicht auf. Laut einer SchÀtzung des Handelsforschungsinstituts EHI bleiben etwa 98 Prozent aller FÀlle unentdeckt. 

Auch erkannte Taten werden von HÀndlern nicht immer angezeigt. «Viele Handelsunternehmen geben an, dass in der Praxis Anzeigen nicht 
weiterverfolgt und nach kurzer Zeit fallen gelassen werden. Daher 
ersparen sie sich oftmals den Aufwand und bringen DiebstÀhle gar 
nicht zur Anzeige», sagte HDE-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Stefan Genth. Der Verband fordert schon seit lĂ€ngerem ein hĂ€rteres Durchgreifen gegen TĂ€ter. 

Milliardenschaden durch Ladendiebstahl 

Laut einer Studie des EHI hat Ladendiebstahl in Deutschland in den vergangenen Jahren zugenommen. Im Jahr 2024 haben Kunden Waren im Wert von rund 2,95 Milliarden Euro gestohlen. Das waren 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. JĂ€hrlich blieben laut EHI damit 24,5 Millionen LadendiebstĂ€hle mit einem durchschnittlichen Warenwert von 120 Euro unentdeckt. Der Gesamtschaden stieg damit bereits zum dritten Mal in Folge und erreichte einen neuen Höchststand. 2023 war ein Plus von 15 Prozent verzeichnet worden. FĂŒr das vergangene Jahr liegen bislang keine Zahlen vor. 

Der Einzelhandel sieht fĂŒr den Anstieg mehrere Ursachen. Nach Angaben des HDE sei zuletzt eine Zunahme bandenmĂ€ĂŸig organisierter KriminalitĂ€t verzeichnet worden. Der Branchenverband fĂŒhrt zudem eine geringere Akzeptanz rechtlicher Regelungen und Defizite bei der Strafverfolgung als Grund an. Weil die Abschreckungswirkung nicht ausreiche, gebe es mehr Delikte.

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