Informationsfreiheit, OVG

Informationsfreiheit: OVG LĂŒneburg stĂ€rkt Presserechte auf TatverdĂ€chtige

28.05.2026 - 04:21:42 | boerse-global.de

Gerichtsurteil verpflichtet Behörden zur Offenlegung der NationalitĂ€t TatverdĂ€chtiger, unabhĂ€ngig vom Medium. Neue Regeln fĂŒr soziale Netzwerke geplant.

Hua Hong: Chinas zweiter Hersteller fĂŒr 7-Nanometer-Chips - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Hua Hong: Chinas zweiter Hersteller fĂŒr 7-Nanometer-Chips - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Behörden mĂŒssen kĂŒnftig die NationalitĂ€t von TatverdĂ€chtigen auf Anfrage nennen – unabhĂ€ngig von der politischen Ausrichtung des Mediums.

Keine RelevanzprĂŒfung durch Behörden

Der Fall sorgt fĂŒr Aufsehen in der Medienbranche. Der Journalist Alexander Wallasch hatte gegen die Staatsanwaltschaft Hannover geklagt, weil diese die Herausgabe der NationalitĂ€t eines TatverdĂ€chtigen verweigerte. Das OVG gab ihm nun recht – mit weitreichenden Folgen.

Die Richter stellten klar: Behörden dĂŒrfen nicht selbst entscheiden, ob eine Information fĂŒr Journalisten relevant ist oder nicht. Auch die politische Haltung eines Mediums spielt keine Rolle. „Das Urteil ist ein Meilenstein fĂŒr alle Medien, die kein freundschaftliches VerhĂ€ltnis zu Behörden pflegen", erklĂ€rten Prozessbeteiligte.

Digitale Plattformen in der Pflicht

Parallel zu diesem Urteil zeichnen sich weitere VerĂ€nderungen in der Medienlandschaft ab. Die Landesmedienanstalten von Bayern (BLM) und Nordrhein-Westfalen (LfM NRW) arbeiten an PlĂ€nen, um Inhalte auf sozialen Netzwerken neu zu gewichten. Ihr Vorschlag: Ein gesetzlicher Zwang, sogenannte „Public-Value"-Inhalte algorithmisch zu bevorzugen.

Geplant ist ein mehrstufiges Verfahren. Zuerst sollen verlĂ€ssliche Medienanbieter identifiziert werden. Anschließend könnten bestimmte Artikel oder Videos fĂŒr eine bevorzugte Ausspielung markiert werden. Branchenkenner rechnen mit einer festen Quote fĂŒr solche geprĂŒften Inhalte. Die Regelungen sollen in einen neuen Digitalen Medienstaatsvertrag einfließen, der fĂŒr Sommer 2026 angekĂŒndigt ist.

Anzeige

WĂ€hrend neue Regulierungen die Medienlandschaft verĂ€ndern, stellt die EU-KI-Verordnung Unternehmen bereits jetzt vor konkrete Dokumentationspflichten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihrer IT- und Rechtsabteilung den nötigen Überblick ĂŒber Fristen und Risikoklassen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

ArbeitgeberbewertungsplĂ€tze mĂŒssen Nutzerdaten herausgeben

Auch private Plattformen mĂŒssen kĂŒnftig mehr Transparenz zeigen. Das Oberlandesgericht (OLG) ZweibrĂŒcken entschied Ende MĂ€rz, dass Arbeitgeberbewertungsportale Nutzerdaten offenlegen mĂŒssen – wenn ein Beitrag Tatsachenbehauptungen mit strafrechtlicher Relevanz enthĂ€lt.

Konkret ging es um den Vorwurf, ein Arbeitgeber habe gegen den Mindestlohn verstoßen. Das Gericht wertete diese Aussage als ĂŒberprĂŒfbare Tatsachenbehauptung, nicht als bloße MeinungsĂ€ußerung. Die Plattform muss nun Auskunft ĂŒber den Verfasser geben.

Anzeige

VerstĂ¶ĂŸe gegen gesetzliche Standards wie den Mindestlohn fĂŒhren immer hĂ€ufiger zu juristischen Auseinandersetzungen auf Online-Plattformen. Wie Sie interne Meldestellen rechtssicher organisieren und das Hinweisgeberschutzgesetz DSGVO-konform umsetzen, erfahren Sie in diesem kostenlosen Praxisleitfaden. Gratis-Checkliste zum Hinweisgeberschutzgesetz herunterladen

Politischer Streit vor Gericht

In Wien sorgte ein Urteil gegen die FPÖ fĂŒr Schlagzeilen. Das Landesgericht fĂŒr Strafsachen verurteilte die Partei zur Zahlung von 3.000 Euro Schadensersatz. Die FPÖ hatte behauptet, Regierungsmitglieder wĂŒrden Bargeld in Koffern in die Ukraine transportieren. Das Gericht ordnete zudem die Löschung der Aussagen an.

Außenministerin Beate Meinl-Reisinger kĂŒndigte an, die EntschĂ€digung zu spenden. Die FPÖ hat bereits Berufung eingelegt, das Urteil ist daher noch nicht rechtskrĂ€ftig.

Kampf gegen digitale Gewalt

Unterdessen mehren sich die Rufe nach schÀrferen Gesetzen gegen digitale Gewalt. Auslöser ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Potsdam gegen eine bekannte Medienpersönlichkeit. Es geht um den Vorwurf hÀuslicher Gewalt in den Jahren 2022 und 2023 in Spanien.

Das Landgericht Hamburg hatte bestimmte Berichte ĂŒber die VorwĂŒrfe bereits fĂŒr zulĂ€ssig erklĂ€rt. Die Behörden prĂŒfen nun weitere Aspekte im Zusammenhang mit digitaler BelĂ€stigung.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69429584 |