Infrastruktur-Zukunftsgesetz: Bundesrat beschließt Stromnetze-Ausbau
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 11:18 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Unternehmen und Kommunen müssen ihre Notstromversorgung neu denken. Die NIS2-Richtlinie und neue Gesetze setzen den Rahmen.
NIS2: Versicherte Anforderungen an das Risikomanagement
Betreiber von Wind- und Solarparks sowie andere Akteure im Energiesektor unterliegen verschärften Compliance-Pflichten. Die NIS2-Richtlinie verpflichtet sie zu umfassenden Notfallkonzepten und systematischen Sicherheitsvorkehrungen.
Die Europäische Agentur für Cybersicherheit (ENISA) stuft Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien als besonders exponiert ein. Zu den geforderten Maßnahmen gehören ein detailliertes Zugriffsmanagement, Multi-Faktor-Authentifizierungen und regelmäßiges Patch-Management. Auch die Kontrolle der Lieferketten rückt in den Fokus der Gefährdungsbeurteilung.
Die Verantwortung liegt direkt bei der Geschäftsleitung. Cybersicherheit wird zunehmend als zentrale Managementaufgabe definiert.
Kommunale Notstromversorgung: Pilotprojekt in Quarnstedt
Im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge gewinnen Konzepte für Notstrom auf Basis erneuerbarer Energien an Bedeutung. In Schleswig-Holstein unterstützt der Netzbetreiber SH Netz Kommunen kostenfrei bei der Erstellung entsprechender Konzepte.
Ein Pilotprojekt in Quarnstedt zeigt, wie die Notfallinfrastruktur künftig aussehen kann: Ein lokaler Notfallinfopunkt wurde dort mit einer Photovoltaikanlage (35 kWp), einem Batteriespeicher (67 kWh) und einer bidirektionalen Wallbox ausgestattet. Diese Anlagen versorgen im Normalbetrieb öffentliche Gebäude und sichern im Krisenfall kritische Informationspunkte.
Die neuen EU-Regularien wie NIS2 stellen Unternehmen vor komplexe Herausforderungen bei der Absicherung ihrer Infrastruktur. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Pflichten und Cyber-Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Kostenlosen Cyber-Security Report jetzt herunterladen
Der Bedarf ist real: Im Netzgebiet von SH Netz waren Haushalte 2024 durchschnittlich 6,9 Minuten ohne Strom.
Liebherr baut Fertigung für Rechenzentrums-Generatoren aus
Die steigende Nachfrage nach ausfallsicherer Leistung – vor allem durch KI-Rechenzentren – führt zu Engpässen bei der Hardware für Netzersatzanlagen. Netzanschlüsse für Großprojekte verzögern sich oft um Jahre. Motorbetriebene Generatoren werden zur kritischen Komponente.
Anfang Juni 2026 legte Liebherr den Grundstein für eine Werkserweiterung im französischen Colmar. Auf 12.000 Quadratmetern soll die Fertigung von Motoren für Rechenzentrums-Generatoren verdoppelt werden. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Partner Rehlko.
Da KI-Systeme zunehmend Einzug in kritische Infrastrukturen halten, verschärft die EU mit dem AI Act die gesetzlichen Anforderungen massiv. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act Leitfaden kostenlos sichern
Gesetzliche Weichenstellungen für stabile Netze
Der Bundesrat hat am 10. Juli 2026 dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz zugestimmt. Es beschleunigt Planungs- und Genehmigungsverfahren für prioritäre Projekte – unter anderem den Ausbau der Stromnetze. HanseWerk plant bis 2030 Investitionen von rund 2,5 Milliarden Euro in die Netzinfrastruktur, darunter 120 Umspannwerke und rund 1.000 Kilometer Hochspannungsleitungen.
Parallel dazu hat die Politik den Weg für neue wasserstofffähige Gaskraftwerke geebnet. Sie sollen mit einer Gesamtkapazität von 11 GW bis Ende 2031 Versorgungslücken während sogenannter Dunkelflauten überbrücken.
Heute tritt zudem das neue Gebäudemodernisierungsgesetz in Kraft. Es sieht eine „Bio-Treppe“ für klimafreundliche Brennstoffe vor: Ab 2029 müssen Heizungen mindestens 10 Prozent solcher Brennstoffe nutzen, bis 2045 steigt der Anteil auf 100 Prozent. Experten weisen auf potenzielle Kostenrisiken durch steigende Netzentgelte und CO2-Preise hin – die zwischen Mietern und Vermietern aufgeteilt werden müssen.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
