Krankenversicherungen, Bundesrat

Krankenversicherungen: Bundesrat begrenzt Manager-Löhne auf 480'000 Franken

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 09:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Schweizer Regierung unterstützt eine Gehaltsobergrenze für Krankenkassen-Führungskräfte und plant zudem strengere Offenlegungspflichten für individuelle Vergütungen.

Schweiz: Bundesrat will Managergehälter bei Krankenkassen auf 480'000 Franken deckeln
Ein minimalistisches, modernes Büro in der Schweiz mit Blick auf eine Stadt, Fokus auf einem Schreibtisch mit Notizbuch. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In einer aktuellen Stellungnahme hat der Schweizer Bundesrat seine Unterstützung für eine gesetzliche Vorlage bekräftigt, die eine Obergrenze für die Vergütung von Führungskräften bei Krankenversicherungen vorsieht. Die Regierung spricht sich dafür aus, die Kaderlöhne in der Branche auf das Niveau eines Bundesratslohns zu begrenzen.

Orientierung am Gehalt der Landesregierung

Der Bundesrat stützt seinen Entscheid auf einen Vorschlag, der die maximale Bruttoentschädigung für Führungsorgane von Krankenkassen festlegt. Diese Deckelung orientiert sich am Gehalt eines Mitglieds der Landesregierung, das per 1. Januar 2026 bei 478'166 Franken brutto pro Jahr liegt. In der politischen Debatte wird dieser Betrag oft mit rund 480'000 Franken beziffert.

Nach Einschätzung der Regierung stellt diese Verknüpfung eine einfachere Lösung dar als der ursprüngliche Entwurf der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit des Nationalrates (SGK-N). Die Initiative für diese gesetzliche Anpassung geht auf eine Vorlage des SP-Nationalrats Baptiste Hurni aus dem Jahr 2021 zurück.

Forderung nach verschärfter Transparenz

Parallel zur Gehaltsobergrenze strebt der Bundesrat eine deutliche Verschärfung der Transparenzregeln an. Künftig sollen nicht nur die Gesamtsummen der Vergütungen, sondern auch die Namen und individuellen Entschädigungen aller Mitglieder der Leitungs- und Verwaltungsorgane von Krankenkassen veröffentlicht werden.

Diese Maßnahme soll die Rechenschaftspflicht der Versicherer gegenüber den Versicherten erhöhen. Der Bundesrat sieht in der Offenlegung der Bezüge ein wichtiges Instrument, um das Vertrauen in das System der sozialen Krankenversicherung zu stärken.

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Verwaltungskosten und aktuelle Vergütungsstruktur

Hintergrund der Debatte sind die laufenden Kosten innerhalb des Versicherungswesens. Für das Jahr 2025 beliefen sich die Verwaltungskosten der Krankenkassen auf insgesamt 1,7 Milliarden Franken. Dies entspricht einem Anteil von 4,3 Prozent der gesamten Prämieneinnahmen oder einer Belastung von 191 Franken pro versicherte Person.

Die Entschädigungen für die Geschäftsleitungen beliefen sich im selben Zeitraum auf insgesamt 21,7 Millionen Franken. Für die Verwaltungsräte wurden Entschädigungen in Höhe von 4,3 Millionen Franken ausgewiesen. In diesem Bereich wurde zuletzt ein leicht rückläufiger Trend beobachtet. Dennoch wird die Höhe der individuellen Gehälter in einzelnen Führungsetagen seit Längerem kritisch hinterfragt.

Politischer Prozess und frühere Widerstände

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Mit der Unterstützung des Bundesrates kehrt das Geschäft nun zurück in die zuständige Kommission des Nationalrates (SGK-N). Im Anschluss wird sich das Parlament erneut mit der Vorlage befassen müssen.

Der Weg zu einer gesetzlichen Einigung gilt jedoch als anspruchsvoll. Bereits im Jahr 2023 hatte der Ständerat einen Vorstoß abgelehnt, der einen Gehaltsdeckel bei 250'000 Franken vorsah. Die nun favorisierte Lösung mit einer höheren Obergrenze auf Bundesratsniveau gilt als Kompromissvorschlag, um eine Mehrheitsfähigkeit in beiden Kammern des Parlaments zu erreichen.

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