Krebsprävention, EU-Regeln

Krebsprävention: EU-Regeln schützen 2,5 Millionen Arbeitnehmer

27.06.2026 - 03:02:33 | boerse-global.de

Die EU senkt Grenzwerte für krebserregende Stoffe wie Kobalt und Schweißrauch. Betriebe müssen Schutzmaßnahmen und Filtersysteme anpassen.

EU verschärft Grenzwerte: Neue Pflichten für Metallbetriebe
Krebsprävention - Ein Industriearbeiter in Schutzkleidung inspiziert ein fortschrittliches Staubfiltersystem in einer Fabrikhalle. 27.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders betroffen: Schweißrauch und Metallpartikel. Die Neuregelungen betreffen rund 2,5 Millionen Arbeitnehmer in der EU.

Konkret legte die EU neue Grenzwerte für Kobalt (0,01 mg/m³), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK, 0,00007 mg/m³) sowie 1,4-Dioxan (7,3 mg/m³) fest. Ziel der Maßnahmen: Innerhalb von 40 Jahren sollen rund 1.700 Lungenkrebsfälle und insgesamt 19.000 Erkrankungen verhindert werden.

Für metallverarbeitende Betriebe bedeutet das vor allem eine neue Verpflichtung: Sie müssen Schutzmaßnahmen gegen Schweißrauch umsetzen. Beim Stoff Kobalt gewährt die EU eine Übergangsfrist von sechs Jahren, bevor die Vorgaben vollständig greifen.

Neue Sicherheitsregeln für die Oberflächentechnik

Parallel zur EU-Initiative aktualisierte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) ihre Sicherheitsvorschriften. Die DGUV-Regel 109-602 und die DGUV-Information 209-009 aus den Jahren 2017 und 2019 wurden überarbeitet. Branchenexperten wie Frank Schüle vom Zentralverband Oberflächentechnik (ZVO) wirkten mit.

Die Regelwerke bündeln Sicherheitsvorschriften für die nasschemische Oberflächenbehandlung. Der Fokus liegt auf der praxisnahen Umsetzung des Gesundheitsschutzes in galvanischen Betrieben. Dort wird mit chemischen Stoffen und potenziell gefährlichen Emissionen gearbeitet. Die Dokumente stehen als kostenfreie Downloads bereit.

Höhere Anforderungen an Filtersysteme

Die verschärften Grenzwerte erhöhen den Druck auf industrielle Absaug- und Filtersysteme. Moderne Filterpatronen müssen heute Filtrationseffizienzen von mindestens 99,9 Prozent für Partikel bis 0,3 Mikrometer erreichen. Zum Einsatz kommen spezialisierte Medien wie Polyestervliese mit PTFE-Membranen oder temperaturbeständige PPS-Materialien für Umgebungen bis 200 Grad Celsius.

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Industrieausrüster wie Nederman setzen auf stationäre Rauch- und Staubsammler mit modularem Aufbau. Intelligente Steuerungen passen die Absaugung energieeffizient an den tatsächlichen Bedarf beim Schweißen oder Schleifen an. Die fachgerechte Wartung bleibt essenziell – mangelnde Reinigung und überschrittene Wechselintervalle von Filterkartuschen können die Schutzfunktion untergraben.

Brandschutz rückt in den Fokus

Neben dem Schutz vor Atemwegserkrankungen gewinnt die Brandprävention an Bedeutung. Aktuelle Schadensereignisse in Kfz-Werkstätten in Westhausen, Mehedorf und Füssen im Juni 2026 – teils mit Millionenschäden – unterstreichen die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen. TÜV SÜD und die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) empfehlen eine umfassende Gefährdungsbeurteilung. Sie sollte besonders Tätigkeiten wie Schweißen, Schleifen und den Umgang mit Lacken abdecken.

Zur Sicherstellung der elektrischen Sicherheit baut der Dienstleister Prüfhelden seine Kapazitäten aus. Im Juni eröffnete das Unternehmen einen neuen Standort in Dortmund, um Industriebetriebe im Ruhrgebiet bei gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsprüfungen zu unterstützen.

Umfrage zeigt Lücken in der Sicherheitskultur

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Brandschutzdefizite in Kfz-Werkstätten verursachen Millionenschäden – und die neue EU-Regulierung verschärft die Anforderungen an Ihre Absauganlagen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Ihre Filtersysteme prüfen und die Sicherheitskultur im Betrieb stärken. Filtersystem-Check jetzt sichern

Trotz strengerer technischer Normen bestehen in vielen Betrieben Defizite bei der Aufklärung. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der DGUV unter gut 2.000 Erwerbstätigen zeigt ein differenziertes Bild. Nur 54 Prozent der Befragten kannten die internen Regelungen zum Umgang mit Suchtproblemen am Arbeitsplatz.

Besonders im verarbeitenden Gewerbe und in der Logistik wurde eine erhöhte Wahrnehmung von Problemen registriert. Experten betonen: Eine offene Gesprächskultur und klare Unterweisungen sind entscheidend – auch wenn der technische Arbeitsschutz bei Gefahrstoffen hochgerüstet wird.

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