Mercedes-Benz, BeschÀftigte

Mercedes-Benz: 500 BeschÀftigte protestieren gegen Sparpaket

30.06.2026 - 02:18:08 | boerse-global.de

Arbeitsniederlegung im Bremer Werk: Belegschaft wehrt sich gegen verschobene Sonderzahlung und mögliche ArbeitszeitverlÀngerung ohne Lohnausgleich.

Mercedes-Benz: Proteste gegen SparplÀne und 40-Stunden-Woche
Mercedes-Benz - Arbeiterprotest in einer großen Autofabrik, mit einer Gruppe von Arbeitern, die sich versammeln, um gegen Sparmaßnahmen zu demonstrieren. 30.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Juni nach der Mittagspause vorzeitig die Arbeit. In Halle 9 kam es zu einem spontanen Arbeitsstopp, der zeitweise die Produktion lahmlegte. Rund 11.500 Menschen arbeiten an dem Standort.

Sonderzahlung verschoben, 40-Stunden-Woche im GesprÀch

Der Unmut richtet sich gegen die SparplĂ€ne des Vorstands. Eine tarifliche Sonderzahlung von 18,4 Prozent eines Monatsgehalts wird verschoben. Statt wie geplant im Juli 2025 soll die Auszahlung fĂŒr rund 90.000 Mitarbeiter erst 2027 erfolgen.

Noch hĂ€rter diskutiert wird die Arbeitszeit. Aufsichtsratschef BrudermĂŒller brachte eine 40-Stunden-Woche ins Spiel – ohne Lohnausgleich. Die BegrĂŒndung des Vorstands: Herausforderungen am Standort Deutschland, Probleme im Freihandel und die schwache Marktentwicklung in China. IG Metall und Betriebsrat reagierten scharf.

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Gewinn halbiert – und die USA drohen mit Zöllen

Der Sparkurs hat handfeste GrĂŒnde. 2025 brach der Gewinn auf 5,3 Milliarden Euro ein – im Vorjahr waren es noch 10,4 Milliarden. Auch das erste Quartal 2026 zeigt keine Besserung: Das Konzernergebnis fiel um 17,2 Prozent. Der Aktienkurs liegt bei rund 44,15 Euro.

Hinzu kommen externe Risiken. Die USA drohen mit Zöllen von 30 Prozent. Mercedes prĂŒft deshalb die Schließung des Werks in East London (SĂŒdafrika). Die Auslastung dort fiel von 110.000 auf 70.000 Fahrzeuge. In China schwĂ€chelt der Absatz. Die Luxusstrategie wurde bereits korrigiert – kĂŒnftig will sich der Hersteller wieder stĂ€rker auf Volumenmodelle konzentrieren.

100 Jahre Marke – und ein schwieriger Blick nach vorn

Am 29. Juni feierte Mercedes-Benz das 100-jĂ€hrige JubilĂ€um. Die Marke entstand 1926 aus der Fusion von Daimler und Benz. Experten sehen die nĂ€chsten fĂŒnf bis zehn Jahre als entscheidend fĂŒr die Zukunft des Traditionsherstellers.

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Neben Einsparungen setzt der Konzern auf neue GeschĂ€ftsfelder – etwa Wohnprojekte in Dubai und Miami. Die Krise steht dabei nicht allein. Auch Volkswagen plant radikale Einschnitte unter dem Titel „Zielbild 2030“: bis zu 100.000 Stellen und mehrere deutsche Werke stehen zur Debatte. Bei Porsche in Leipzig wird ĂŒber Lohneinschnitte diskutiert. Ende Juli will Mercedes mit den neuen Quartalszahlen Klarheit schaffen.

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