Volkswagen: Aufsichtsrat entscheidet am 9. Juli über Werksschließungen
30.06.2026 - 02:31:09 | boerse-global.de
Die Initiative aus der Trump-Ära zielte auf mehr staatliche Kontrolle bei Gewerkschaftswahlen. Die Entscheidung stärkt die Unabhängigkeit von Arbeitnehmerorganisationen.
Supreme Court mischt mit
Parallel dazu traf der Oberste Gerichtshof Ende Juni weitere wegweisende Entscheidungen. Die Richter stoppten die Entlassung von Fed-Vorständin Lisa Cook – ein klares Signal für die Unabhängigkeit der Notenbank. Gleichzeitig räumte das Gericht dem Präsidenten künftig mehr Macht ein: Führungskräfte in Bundesbehörden wie der Handelsbehörde FTC können nun auch ohne schwerwiegende Gründe entlassen werden.
VW: Betriebsrat fordert Klartext
Beim Autobauer Volkswagen eskaliert der Konflikt zwischen Führung und Arbeitnehmern. Der Gesamtbetriebsrat hatte Mitte Mai 86 Fragen zum Reformprogramm von Chef Oliver Blume eingereicht. Ende Juni kam die Antwort – ein 43-seitiges Paket der Konzernleitung.
Doch die Unterlagen enthalten keine konkreten Zahlen zum befürchteten Stellenabbau. In Medien wurde zuvor über den Wegfall von bis zu 100.000 Jobs weltweit spekuliert. Vier deutsche Werke stehen angeblich auf der Kippe: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm.
Betriebsrat und IG Metall kündigten bereits Widerstand an. Auch Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori fordert mehr Transparenz. Das Land Niedersachsen, das 20 Prozent der Stimmrechte hält, lehnt Werksschließungen ab. Entscheidend wird die Aufsichtsratssitzung am 9. Juli.
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DGB fordert höheres Rentenniveau
Über die Autobranche hinaus formieren sich Gewerkschaften neu. Die Rentenkommission des DGB legte am Montag einen Forderungskatalog vor: Ein Rentenniveau von mindestens 70 Prozent des Nettolohns steht ganz oben. Zudem soll das gesetzliche Niveau vor Steuern auf zunächst 50, später 53 Prozent steigen. Gegen eine Rente mit 70 spricht sich die Kommission klar aus. Zur Finanzierung schlagen die Experten eine Vermögensabgabe auf hohe Kapitalerträge und Vermögen vor.
Brauerei-Schließung: NGG wirft Bruch von Verträgen vor
In der Lebensmittelindustrie sorgt die Haus-Cramer-Gruppe für Aufsehen. Die Gewerkschaft NGG berichtet von der geplanten Schließung der Herforder Brauerei Ende August. Auch der Standort Paderborn soll noch dieses Jahr verkauft werden. Über 200 Arbeitsplätze sind betroffen.
Die NGG sieht einen klaren Bruch: Zukunftssicherungsverträge galten eigentlich bis 2028. Die Belegschaft hatte seit 2021 auf Tariferhöhungen und Sonderzahlungen verzichtet, um die Sanierung zu ermöglichen.
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SPD-Linke bringt Vermögensabgabe ins Spiel
Sechs linke SPD-Abgeordnete stellen sich vor dem Koalitionsausschuss am 1. Juli quer. Sie lehnen Kürzungen bei Sozialleistungen, längere Arbeitszeiten oder einen Abbau des Streikrechts ab. Stattdessen schlagen sie eine einmalige Vermögensabgabe für Menschen mit über 100 Millionen Euro Vermögen vor.
