Bahnstrecke Hannover-Berlin: Lange Umwege ab Oktober
18.06.2026 - 06:00:21 | dpa.de
Pendler mĂŒssen sich ab Oktober auf bis zu 80 Minuten lĂ€ngere Fahrzeiten im Fernverkehr zwischen Berlin und Hannover einstellen. Grund ist die Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Berlin und Lehrte bei Hannover, die von Oktober 2026 bis Dezember 2027 dauern wird. Aktuell brauchen die ICE-ZĂŒge von Berlin nach Hannover (Hauptbahnhof bis Hauptbahnhof) planmĂ€Ăig rund 100 Minuten. Betroffen sind auch Bahn-Reisende, die zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen unterwegs sind.
Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wird der Abschnitt zwischen Berlin-Spandau und Fallersleben (bei Wolfsburg) von Oktober bis Dezember 2026 und erneut im gleichen Zeitraum 2027 komplett gesperrt. In diesen ZeitrĂ€umen fahren der Bahn zufolge die FernzĂŒge zwischen Hannover und Berlin eine Umleitung und halten abwechselnd in Braunschweig und Magdeburg.Â
Unterschiedliche Bauabschnitte, unterschiedliche Auswirkungen
«Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin verlĂ€ngert sich um 60 bis 80 Minuten», hieĂ es in der Mitteilung des bundeseigenen Konzerns. Die ZĂŒge zwischen Amsterdam und Berlin werden demnach ĂŒber Hamburg umgeleitet, was zu einer etwa 70 Minuten lĂ€ngeren Fahrzeit fĂŒhrt.Â
Zwischen diesen beiden Bauphasen gibt es unter anderem von Februar bis Juli 2027 eine Totalsperrung zwischen Lehrte und Fallersleben. Zwischen Dezember 2026 und Oktober 2027 rollen die FernzĂŒge in Richtung Hannover ĂŒber Wolfsburg, in Richtung Berlin fahren sie weiterhin die Umleitung ĂŒber Magdeburg.Â
FahrplÀne ab Ende Juni abrufbar
«NahverkehrszĂŒge werden, wo immer es möglich ist, bis dicht an den gesperrten Streckenabschnitt gefĂŒhrt, sodass den FahrgĂ€sten möglichst die gewohnten Verbindungen auf der Schiene bestehen bleiben», teilte die Bahn mit. Wo keine RegionalzĂŒge fahren können, werde ein Ersatzverkehr mit purpurfarbenen Bussen eingesetzt.Â
Ab Ende Juni können Reisende der Bahn zufolge die FahrplĂ€ne fĂŒr die erste Bauphase, die bis 12. Dezember 2026 andauern soll, im DB Navigator oder den Apps der VerkehrsverbĂŒnde einsehen.
ZweitlÀngste Generalsanierungs-Achse
Nach Hamburg-Berlin ist die Strecke mit 221 Kilometern die zweitlĂ€ngste Achse, auf der umfangreiche Bauarbeiten stattfinden sollen, wie die Bahn mitteilte. Auf der Strecke fahren demnach tĂ€glich mehr als 400 ZĂŒge des Nah- und Fernverkehrs und etwa 90 GĂŒterzĂŒge.
WĂ€hrend der Sanierung sollen unter anderem mehr als 175 Weichen, 260 Kilometer Gleise sowie 13 Kilometer LĂ€rmschutzwĂ€nde erneuert werden. Entlang der Strecke sollen zudem 25 Bahnhöfe modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut werden.Â
Um pĂŒnktlicher und zuverlĂ€ssiger zu werden, modernisiert die Bahn derzeit nach und nach stark befahrene Schienenkorridore - bis Mitte der 2030er Jahre sollen rund 40 Strecken grundlegend saniert werden. Das Konzept der Generalsanierungen mit lĂ€ngeren Sperrungen gilt angesichts des schlechten Zustands der Schieneninfrastruktur als alternativlos. Im Vergleich zu Bauarbeiten wĂ€hrend des laufenden Betriebs können so deutlich umfangreichere Modernisierungen umgesetzt werden.
