Modern, Slavery

Modern Slavery Act: Australien verschÀrft Strafen und Meldepflichten

11.06.2026 - 20:53:35 | boerse-global.de

Australien verschĂ€rft den Modern Slavery Act mit Strafzahlungen und niedrigeren Umsatzschwellen fĂŒr betroffene Firmen.

Australien reformiert Modern Slavery Act: Strengere Regeln fĂŒr Unternehmen
Modern - Eine stilisierte Darstellung der australischen Landkarte mit ĂŒberlagerten, abstrakten Ketten, die moderne Sklaverei symbolisieren. 11.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Bilanz ist ernĂŒchternd: Nur ein Prozent aller gemeldeten FĂ€lle von moderner Sklaverei in Australien fĂŒhrten zu einer Verurteilung. Jetzt reagiert die Regierung mit einer grundlegenden Reform des Modern Slavery Act.

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Riesige LĂŒcke zwischen Meldung und Strafe

Neue Forschungsdaten zeigen das ganze Ausmaß des Problems. Zwischen 2004 und 2025 registrierten die Behörden mehr als 3.000 FĂ€lle von moderner Sklaverei – aber nur 41 endeten mit einer rechtskrĂ€ftigen Verurteilung.

Öffentlichkeitswirksame Skandale um ausbeuterische Arbeitsbedingungen haben die Debatte neu entfacht. Ein gerichtliches Untersuchungsverfahren zum Tod eines Arbeiters im landwirtschaftlichen Sektor der Region Riverina aus dem Jahr 2019 bestĂ€tigte systemische MissstĂ€nde. Angehörige und Zivilgesellschaft fordern nun hĂ€rtere Gesetze.

Was Unternehmen bisher melden mĂŒssen

Der Modern Slavery Act von 2018 verpflichtet Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 100 Millionen AUD zur Offenlegung. Sie mĂŒssen jĂ€hrlich erklĂ€ren, wie ihre Lieferketten strukturiert sind und welche Risiken bestehen.

Konkret verlangt das Gesetz detaillierte Angaben zu ergriffenen Maßnahmen und deren Wirksamkeit. Die ErklĂ€rungen mĂŒssen vom Leitungsorgan genehmigt und in ein öffentliches Register eingetragen werden.

Das Àndert sich jetzt

FĂŒr 2025 sind umfassende Reformen angekĂŒndigt. Kernpunkte: Strafzahlungen bei VerstĂ¶ĂŸen gegen die Meldepflicht und eine niedrigere Umsatzschwelle fĂŒr betroffene Unternehmen.

Dazu kommen zivilrechtliche Sanktionen und erweiterte Sorgfaltspflichten. Die Botschaft ist klar: Unternehmen sollen kĂŒnftig stĂ€rker fĂŒr die ZustĂ€nde bei ihren Zulieferern haften.

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Zeitenwende auch bei der Polizei

Der Reformdruck beschrĂ€nkt sich nicht auf die Wirtschaft. Die NSW Police Force hat heute alle 29 Empfehlungen einer unabhĂ€ngigen Kulturuntersuchung akzeptiert. Der vor zwei Jahren angestoßene Prozess zielt auf modernere Systeme und den Kampf gegen schĂ€dliche Verhaltensweisen ab.

Die parallelen Entwicklungen bei Polizeireform und ESG-Compliance signalisieren einen grundlegenden Wandel. Wer im australischen Markt aktiv ist, muss sich auf strengere Kontrollen und umfangreichere Dokumentationspflichten einstellen.

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