Studie: GebĂ€udesanierung rentiert sich fĂŒr Verbraucher
16.07.2024 - 09:30:35 | dpa.de
Wer sein Einfamilienhaus bis 2045 saniert, spart trotz Investitionsausgaben langfristig Geld. Das ist das Ergebnis einer Wirtschaftlichkeitsrechnung der Prognos AG im Auftrag des WWF Deutschland. Zwar wĂŒrden die anfĂ€nglichen Ausgaben je nach MaĂnahme zunĂ€chst steigen, auf lange Sicht sei eine Modernisierung aber kosteneffizienter. So könnte schon eine Teilsanierung wie etwa eine DachdĂ€mmung oder ein Fenstertausch zu Einsparungen fĂŒhren.Â
Bis Mitte 2045 will Deutschland klimaneutral sein - auch im GebĂ€udesektor. Doch die Sanierungsrate liege derzeit nur bei etwa 0,7 Prozent im Jahr, weit entfernt vom angestrebten Ziel von ĂŒber 2 Prozent. Wegen zu vieler fossiler Heizungen sei die Emissionsbelastung noch sehr hoch. Der WWF empfiehlt daher bei Sanierungen auf ein klimafreundliches WĂ€rmenetz zu setzen.
Kostenersparnis auch ohne nachhaltige WĂ€rmeversorgung
Auch ohne den Einsatz einer klimafreundlichen Heizanlage wĂŒrde sich eine Sanierung demnach lohnen. So liegen die Gesamtkosten in einem Fallbeispiel der Studie fĂŒr ein Einfamilienhaus mit Gasheizung ohne Sanierung bis 2045 bei gut 89.000 Euro. Wird es nach den Effizienzhausstandards EH 70 oder EH 55 saniert und zusĂ€tzlich eine WĂ€rmepumpe installiert, sinken die Energiekosten auf rund 65.000 Euro. Wer den Gaskessel ohne Sanierung mit einer WĂ€rmepumpe ersetzt, spart gerade mal knapp 1.000 Euro. Kauft der Hausbesitzer einen neuen Kessel ohne zu sanieren, steigen die Kosten sogar auf etwa 94.000 Euro.Â
Schwieriger wird es bei der Sanierung von MehrfamilienhĂ€usern mit bestehendem Gaskessel: WĂ€hrend Vermieter durch die Modernisierungsumlage von erhöhten Mieteinnahmen profitieren, oft ĂŒber die Investitionskosten hinaus, steigt fĂŒr Mieter die Kaltmiete. Nach Studienuntersuchungen sind alle betrachteten Sanierungsoptionen fĂŒr Mieter teurer als der unsanierte Zustand. «Bei MehrfamilienhĂ€usern braucht es bessere Kostenfairness, damit sich auch hier die Sanierung fĂŒr alle lohnt», sagt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland.Â
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