Europa, Iran

Europa droht Iran im Atomstreit mit Neuauflage von Sanktionen

18.07.2025 - 06:11:31 | dpa.de

Paris, Berlin und London haben dem Iran mit dem Wiederinkraftsetzen strenger Sanktionen gedroht, wenn es bis Ende des Sommers keinen konkreten Fortschritt fĂŒr ein neues Atomabkommen gibt.

Die Außenminister der E3-Staaten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien) sowie die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hĂ€tten den iranischen Außenminister Abbas Araghtschi bei einem Telefonat zur Wiederaufnahme von GesprĂ€chen gedrĂ€ngt, um ein robustes, ĂŒberprĂŒfbares und nachhaltiges Abkommen ĂŒber das iranische Atomprogramm zu erreichen, hieß es aus dem Außenministerium in Paris.

Ohne Fortschritte seien die EuropĂ€er entschlossen, mit dem sogenannten Snapback-Mechanismus Sanktionen gegen Teheran auszulösen. Das Wiener Abkommen von 2015 zum iranischen Atomprogramm lĂ€uft formal diesen Oktober aus. Als Mitunterzeichner haben die EuropĂ€er bis dahin die Möglichkeit, ĂŒber den Snapback-Mechanismus frĂŒhere und strenge UN-Sanktionen gegen den Iran ohne großen Widerstand wieder in Kraft zu setzen.

EuropÀer stimmen sich mit USA ab

Das GesprĂ€ch ĂŒber das Atomprogramm mit dem iranischen Außenminister sei auf ein GesprĂ€ch der drei europĂ€ischen Minister mit ihrem amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio Anfang der Woche gefolgt, hieß in Paris. Einem Bericht der US-Nachrichtenseite "Axios" zufolge verstĂ€ndigten sich Rubio und die EuropĂ€er darauf, Ende August als Frist fĂŒr das Erreichen eines Atomabkommens mit dem Iran zu setzen. In Paris war nur von "Ende des Sommers" die Rede.

Israel hatte am 13. Juni einen Krieg gegen den Iran begonnen und landesweit Ziele angegriffen, darunter Atomanlagen. Die USA griffen wenig spĂ€ter in den Konflikt ein und bombardierten drei der wichtigsten Nuklearstandorte. Zuvor hatten Teheran und Washington gut zwei Monate ĂŒber das iranische Atomprogramm verhandelt. Ziel war eine Begrenzung des Atomprogramms, um den Iran an der Entwicklung von Atomwaffen zu hindern.

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