Predator-AffÀre: Acht Opfer fordern 7,6 Millionen Euro Schadensersatz
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 01:25 Uhr, Redaktion boerse-global.de
In Athen haben acht Betroffene der Predator-AffĂ€re Schadenersatzklage gegen das Softwareunternehmen Intellexa eingereicht. Jeder KlĂ€ger fordert eine Million Euro EntschĂ€digung fĂŒr die Verletzung seiner PrivatsphĂ€re.
Zivilklage gegen das âgriechische Watergateâ
Die Klage vom 7. Juli richtet sich gegen Intellexa und 13 weitere Beklagte. Zu den KlÀgern zÀhlen Journalist Thanasis Koukakis, Ex-Polizistin Pinelopi Miniati und Artemis Seaford. Sogar zwei Beamte des griechischen Geheimdienstes EYP haben sich angeschlossen. Die Gesamtforderung: rund 7,6 Millionen Euro.
Ein Anwalt der Opfer erklĂ€rte, die Beweise könnten neue strafrechtliche Ermittlungen auslösen. Die Verhandlung vor dem Athener Gericht ist fĂŒr den 7. April 2027 angesetzt.
Der Skandal flog 2022 auf. Damals installierte die Spyware âPredatorâ heimlich auf Handys von Journalisten, Oppositionspolitikern und Staatsbeamten â zur Ăberwachung ihrer Kommunikation. Das Firmengeflecht hinter der Software erstreckt sich ĂŒber mehrere LĂ€nder, Intellexa hat enge Verbindungen nach Zypern. Die USA verhĂ€ngten 2023 und 2024 bereits Sanktionen.
Vorherige Haftstrafen â zur BewĂ€hrung
Die 7,6-Millionen-Klage gegen Intellexa zeigt: Spyware-Risiken sind real und können Ihr Unternehmen teuer zu stehen kommen. Bevor Ihre Konkurrenz die LĂŒcke nutzt, sollten Sie Ihre Compliance-Richtlinien prĂŒfen. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern
Der Zivilklage gingen strafrechtliche Verfahren voraus. Im Februar 2026 verurteilte ein griechisches Gericht vier Verantwortliche: Tal Dilian, Sara Hamou, Felix Bitzios und Yannis Lavranos. Die ursprĂŒnglichen 126 Jahre Haft wurden auf acht Jahre zusammengefasst â und zur BewĂ€hrung ausgesetzt. Berufung ist fĂŒr Dezember 2026 geplant.
Die Klageschrift beschreibt detailliert, wie das Firmengeflecht die Ăberwachungstechnologie vertrieben haben soll. Die Opfer werfen den Verantwortlichen systematische AusspĂ€hung vor â weit ĂŒber legitime Sicherheitsinteressen hinaus.
Spyware-Alarm auch im EU-Parlament
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Die Klage ist Teil einer globalen Debatte ĂŒber Spionagesoftware. Erst kĂŒrzlich wurde bekannt: Auch Ex-EU-Abgeordneter Stelios Kouloglou wurde ĂŒberwacht. Das Citizen Lab wies Pegasus-Infektionen auf seinem Handy fĂŒr Oktober 2022 und MĂ€rz 2023 nach â wĂ€hrend Kouloglou im PEGA-Untersuchungsausschuss saĂ.
Das AusmaĂ ist enorm: Laut Pegasus Project wurden weltweit ĂŒber 15.000 Telefonnummern Ziel von Ăberwachungsversuchen â darunter hunderte Politiker, Journalisten und Aktivisten. Erst vor wenigen Monaten warnte Apple iPhone-Nutzer in 98 LĂ€ndern vor Söldner-Spyware. Das Thema bleibt brandaktuell.
