Rauchen und MS: Erkrankungsrisiko um 50% erhöht
28.05.2026 - 11:33:13 | boerse-global.deZum Internationalen Aktionstag fĂŒr Frauengesundheit am 28. Mai 2026 veröffentlichen Fachgesellschaften Daten zu Menopause, Familienplanung und Risikofaktoren.
Menopause: Entwarnung fĂŒr betroffene Frauen
Viele MS-Patientinnen fĂŒrchten die Wechseljahre. Eine aktuelle Untersuchung der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) mit 559 Frauen gibt nun Entwarnung. Der Eintritt in die Menopause verschlechtert die SchubhĂ€ufigkeit und den Behinderungsgrad nicht grundsĂ€tzlich. In einigen FĂ€llen beobachteten Forscher sogar eine langsamere Krankheitsprogression im Vergleich zu MĂ€nnern.
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Kinderwunsch: AufklÀrungsdefizite bleiben
Anders sieht es bei der Familienplanung aus. Eine Studie mit 200 Frauen zwischen 18 und 45 Jahren zeigt deutliche VersĂ€umnisse. Mehr als die HĂ€lfte der Befragten gab an, dass die MS-Diagnose ihre Familienplanung beeinflusst habe â etwa Zeitpunkt oder Anzahl der Kinder betreffend. Neun Frauen verzichteten gĂ€nzlich auf Elternschaft. Die Hauptsorgen: eine mögliche Verschlechterung nach der Geburt und Risiken durch Medikamente.
Doch nur weniger als 25 Prozent der Betroffenen erhielten eine entsprechende Beratung durch ihr Behandlungsteam. Dabei wÀre AufklÀrung gerade hier entscheidend.
Rauchen: Risiko um 50 Prozent erhöht
Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai rĂŒcken Fachleute einen vermeidbaren Risikofaktor in den Fokus. Eine Metaanalyse von 132 Studien mit 109.000 MS-Betroffenen bestĂ€tigt: Rauchen erhöht das Erkrankungsrisiko um fast 50 Prozent. Neben Epstein-Barr-Virus und Vitamin-D-Mangel gilt Tabakkonsum damit als einer der wesentlichen modifizierbaren Risikofaktoren.
ZusĂ€tzlich deuten Untersuchungen des Mikrobioms bei 69 MS-Patienten auf ZusammenhĂ€nge zwischen Darmbakterien, Krankheitsverlauf und Tabakkonsum hin. Experten fordern eine stĂ€rkere Integration der Raucherentwöhnung in die neurologische Versorgung. Aktuell rauchen rund 19,1 Prozent der Deutschen â bei jungen Erwachsenen steigt die Quote auf 15,6 Prozent.
Wearables erkennen Krankheitsprogression
Technologische Fortschritte könnten die Kontrolle verbessern. Eine Studie der Johns-Hopkins-UniversitĂ€t begleitete 238 MS-Patienten ĂŒber drei Jahre mit Wearables. Das Ergebnis: Ein RĂŒckgang der körperlichen AktivitĂ€t um durchschnittlich 2,0 Prozent pro Jahr kann auf eine fortschreitende Erkrankung hinweisen.
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Besonders die AktivitĂ€tsabnahme zwischen 8:00 und 14:00 Uhr korrelierte mit erhöhtem Progressionsrisiko. MRT-Untersuchungen bestĂ€tigten zudem einen Zusammenhang mit dem RĂŒckgang des Hirnvolumens. FrĂŒhere therapeutische Eingriffe wĂ€ren damit möglich.
Welt-MS-Tag: âDiagnose MS: Jetzt erst recht!â
Die Studienergebnisse bilden den Hintergrund fĂŒr den Welt-MS-Tag am 30. Mai. Unter dem Motto âDiagnose MS: Jetzt erst recht!â rufen Organisationen zur StĂ€rkung der Gendermedizin auf. Weltweit leben rund 2,9 Millionen Menschen mit MS, allein in Deutschland 280.000. JĂ€hrlich kommen etwa 15.000 Neuerkrankungen hinzu. Bessere AufklĂ€rung und PrĂ€vention bleiben zentrale Forderungen.
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