Rentenkommission empfiehlt: Rente mit 63 soll abgeschafft werden
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 16:22 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das zeigt der aktuelle DAK-Gesundheitsreport 2026. Bundesweit liegt der Wert mit 52 Prozent noch höher.
Gesundheitszustand treibt Frühverrentung
Die Entscheidung hängt stark mit der Gesundheit zusammen. Unter den Beschäftigten, die ihren Zustand als schlecht bewerten, wollen 51 Prozent früher aussteigen. Der Krankenstand bei den über 50-Jährigen im Nordosten lag bei 8,7 Prozent – deutlich über dem Bundesschnitt von 7,4 Prozent.
Besonders auffällig: Bei den 66-jährigen Erwerbstätigen erreichte der Krankenstand 11 Prozent. Für die Analyse werteten die Forscher Daten von 64.000 Versicherten sowie eine Forsa-Umfrage aus.
Babyboomer drängen in die Frührente
Die Zahlen aus Mecklenburg-Vorpommern sind Teil eines bundesweiten Trends. Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) hat in aktuellen Berichten vom Juli 2026 nachgerechnet: 2024 bezogen rund 1,1 Millionen Babyboomer vorzeitig eine Altersrente. Im Vorjahr waren es noch 0,9 Millionen.
Insgesamt lag die Zahl der Babyboomer mit Altersrente bei rund sechs Millionen. Das IW kritisiert: Die Regelaltersgrenze stieg seit 2012 zwar um zwölf Monate, das tatsächliche Rentenzugangsalter aber nur um acht Monate.
Ein Grund für den Anstieg: der Wegfall der Hinzuverdienstgrenzen 2023. Bei besonders langjährig Versicherten mit 45 Beitragsjahren stieg der Anteil derer, die Rente und Gehalt kombinieren, von 18 Prozent (2022) auf 25 Prozent (2023).
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Kommission empfiehlt Rentenreform
Eine Rentenkommission übergab am 23. Juni 2026 ihren Abschlussbericht an Kanzler Merz und Ministerin Bas. Das Papier enthält 33 Empfehlungen zur Stabilisierung des Systems. Zentral: die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren – bekannt als „Rente mit 63“.
Die Kommission schlägt zudem ein 2:1-Modell vor: Das Renteneintrittsalter wird an die Lebenserwartung gekoppelt. Die Regelaltersgrenze könnte bis 2041 auf 67,5 Jahre steigen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet vor: Allein die Streichung der abschlagsfreien Frührente würde den Haushalt jährlich um rund zehn Milliarden Euro entlasten.
Merz und Bas signalisierten Unterstützung. Das Paket sieht auch eine verpflichtende kapitalgedeckte Zusatzrente nach schwedischem Vorbild vor.
Was Unternehmen jetzt tun müssen
Der Krankenstand bei über 50-Jährigen liegt bei 8,7 Prozent – deutlich über dem Bundesschnitt. Unternehmen, die jetzt nicht gegensteuern, verlieren ihre erfahrensten Fachkräfte. Dieser Report zeigt, wie Sie mit gezielten Maßnahmen die Gesundheit und Bindung Ihrer Babyboomer stärken. Gesundheits-Checkliste jetzt sichern
Krankenkassen fordern von den Firmen mehr Einsatz für ältere Beschäftigte. Nötig seien gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitszeiten und mehr Wertschätzung. In Umfragen nannten ältere Erwerbstätige zudem eine bessere Bezahlung als Voraussetzung, um länger zu arbeiten.
Seit Januar 2026 gibt es die Aktivrente, die Anreize fürs Weiterarbeiten schaffen soll. Doch Ökonomen des IW warnen vor unbeabsichtigten Effekten: Die Möglichkeit, Rente und Gehalt ohne Kürzungen zu kombinieren, könnte noch mehr Arbeitnehmer zur Frühverrentung bewegen – statt bis zur Regelaltersgrenze voll im Job zu bleiben.
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