Rentenreform, Kapitalrente

Rentenreform: Kapitalrente ab 2028, Renteneintritt mit 70 geplant

25.06.2026 - 18:52:33 | boerse-global.de

Die Rentenkommission schlÀgt eine Kapitalrente ab 2028, eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf bis zu 70 Jahre und die Abschaffung der Rente mit 63 vor.

Rentenreform 2028: Kapitalrente, höheres Alter und neue Regeln
Rentenreform - Eine vielfĂ€ltige Gruppe von Menschen auf einer BrĂŒcke, die eine moderne Stadt bei Sonnenuntergang ĂŒberblickt, mit einem subtilen Finanzgraphen. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

KernstĂŒck ist die EinfĂŒhrung einer Kapitalrente ab 2028, ergĂ€nzt durch eine Anhebung des Renteneintrittsalters und die Streichung von Sonderregelungen. Das Ziel: langfristige StabilitĂ€t des deutschen Rentensystems.

Zwei Prozent vom Brutto fĂŒr den Aktienmarkt

Ab 2028 sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusĂ€tzlich zwei Prozent des Bruttolohns in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge einzahlen. Die Last teilen sich beide Seiten hĂ€lftig. Die EinfĂŒhrung erfolgt schrittweise – beginnend mit 0,5 Prozent.

Das Kapital fließt in einen öffentlichen Fonds oder zertifizierte private Fondslösungen. Vorbild ist der schwedische Staatsfonds AP7 SĂ„fa. Das Ziel: Das Rentenniveau stabil bei 48 Prozent halten, perspektivisch sogar auf 50 Prozent anheben.

Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus. Stephan Leithner, Chef der Deutschen Börse, sieht einen „bedeutenden Fortschritt fĂŒr den Finanzstandort". Die Versicherungswirtschaft lehnt ein rein staatliches Fondsmodell dagegen ab.

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Rente mit 63 fĂ€llt weg – Eintrittsalter steigt auf 70

Die Kommission will die Regelaltersgrenze alle zehn Jahre um sechs Monate an die steigende Lebenserwartung koppeln. Konkret: 2031 liegt die Grenze bei 67 Jahren, 2032 steigt sie auf 67,5 Jahre. FĂŒr heutige 30- bis 40-JĂ€hrige bedeutet das langfristig ein Renteneintritt mit 69 Jahren. FĂŒr heutige Kleinkinder wird sogar ein Renteneintritt mit 70 prognostiziert.

ZusĂ€tzlich empfiehlt die Kommission die Abschaffung der Rente mit 63 und die WiedereinfĂŒhrung des Demographiefaktors. Der Wegfall der vorzeitigen abschlagsfreien Rente spart jĂ€hrlich rund 430 Millionen Euro.

UnabhÀngig davon steigt die Rente zum 1. Juli 2026 um 4,24 Prozent. Der Rentenpunktwert klettert dann auf 42,52 Euro.

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Millionen ArbeitsplÀtze gefÀhrdet?

Die politischen Reaktionen sind gespalten. Bundeskanzler Friedrich Merz lobt die PlĂ€ne als „hervorragende Initiative". Auch Ministerin BĂ€rbel Bas signalisiert UnterstĂŒtzung. Die OECD lobt vor allem die geplante BeschrĂ€nkung von Minijobs und die Anpassung der Altersgrenzen.

Gewerkschaften und Wirtschaftsforscher schlagen Alarm. Der DGB lehnt die Kapitalrente ab und fordert stattdessen eine StÀrkung der betrieblichen Altersvorsorge. Die ArbeitgeberverbÀnde kritisieren die drohende Erhöhung der Lohnnebenkosten.

Die Institute IMK und WSI beziffern die negativen Folgen der Beitragssteigerungen auf das Wirtschaftswachstum mit einem Minus von einem Prozent. Zudem könnten durch die zusĂ€tzliche Belastung bis zu 250.000 ArbeitsplĂ€tze gefĂ€hrdet sein. Kritiker warnen außerdem: Die steuerfinanzierte Kompensation fĂŒr rentennahe JahrgĂ€nge dĂŒrfte den Bundeshaushalt mit Milliarden belasten.

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