Rentenreform, Kapitalrente

Rentenreform: Kapitalrente ab 2028 soll Rentenniveau stabilisieren

21.06.2026 - 06:09:22 | boerse-global.de

Expertenkommission legt Reformplan vor: Renteneintritt steigt mit Lebenserwartung, Kapitalrente ab 2028 geplant.

Rentenreform 2026: Kommission empfiehlt Koppelung an Lebenserwartung
Rentenreform - Ein Stapel deutscher Euro-Münzen und -Banknoten mit einer Lupe, die auf Finanzdokumenten oder Diagrammen liegt. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Eine 13-köpfige Expertenkommission hat am Samstag ihren Abschlussbericht vorgelegt – mit rund 30 Empfehlungen. Das Gremium unter Vorsitz von Constanze Janda und Frank-Jürgen Weise will die gesetzliche Rentenversicherung langfristig sichern. Am Dienstag werden Kanzler Merz und Ministerin Bas den Bericht offiziell erhalten.

Renteneintritt steigt mit der Lebenserwartung

Das Kernstück der Vorschläge: die Koppelung der Regelaltersgrenze an die statistische Lebenserwartung. Die Kommission empfiehlt ein 2:1-Modell. Steigt die Lebenserwartung um ein Jahr, kommen acht Monate zur Erwerbsphase hinzu – die Rentenphase wächst nur um vier Monate.

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Konkret bedeutet das: Im Jahr 2041 könnte die Rente mit 67,5 beginnen, 2051 mit 68 Jahren. Die Rente mit 70 wäre frühestens in den 2090er Jahren zu erwarten. Die abschlagsfreie Rente mit 63 soll abgeschafft werden. Stattdessen soll der Gesundheitsstatus der Versicherten stärker berücksichtigt werden.

Mehr Einzahler für die Rentenkasse

Die Kommission will den Kreis der Beitragszahler deutlich erweitern. Künftig sollen Selbstständige, Abgeordnete und Vorstände verpflichtend in die gesetzliche Rente einzahlen. Bei den Beamtenpensionen gibt es unterschiedliche Modelle: Eine Variante sieht die langfristige Einbeziehung vor, andere setzen auf eine Reduzierung der Pensionen.

Auch bei Minijobs gibt es eine Änderung: Beitragsfreie Minijobs sollen künftig nur noch für Schüler möglich sein.

Kapitalrente nach schwedischem Vorbild

Um das Rentenniveau zu stabilisieren, schlägt die Kommission eine verpflichtende Kapitalrente vor. Das Modell orientiert sich an Schweden: Zwei Prozent des Bruttolohns fließen in einen staatlich verwalteten Fonds. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen jeweils einen Prozentpunkt.

Der Einstieg ist für 2028 geplant. Der Beitragssatz steigt schrittweise von 0,5 auf zwei Prozent. Ziel: Das Gesamtrentenniveau aus Umlagefinanzierung und Kapitalerträgen langfristig bei 48 bis 50 Prozent zu stabilisieren.

Beitragssätze und Rentenniveau

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Ohne Reformen müsste der Beitragssatz stark steigen, warnen die Experten. Ihr Vorschlag: 2028 auf 19,9 Prozent festsetzen. Ab 2031/2032 soll der Nachhaltigkeitsfaktor wieder voll greifen – das könnte das Rentenniveau in der reinen Umlagefinanzierung leicht senken.

Für Geringverdiener gibt es Verbesserungen: In der Grundsicherung soll ein neuer Freibetrag eingeführt werden. 20 bis 30 Prozent der eigenen Rentenansprüche würden dann nicht mehr auf die staatliche Unterstützung angerechnet.

Bestehende Leistungen wie die Mütterrente oder die Haltelinien für das Rentenniveau sollen zunächst bleiben. Die Kapitalrente soll langfristig helfen, diese Ziele zu erfüllen.

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