SAP, Dremio

SAP kauft Dremio: Agentische KI für Datenanalysen ohne Verschiebung

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 01:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Victrola spart 250 Stunden im Finanzwesen durch Cloud-ERP, Plantag Coatings startet S/4HANA. SAP kauft Dremio für KI-Analysen.

Victrola und Plantag Coatings: Cloud-Transformation beschleunigt SAP-Prozesse
SAP - Eine digitale Benutzeroberfläche zeigt vernetzte Geschäftsprozesse und Datenflüsse, die Cloud-Technologie und Effizienz symbolisieren. 08.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Cloud-Transformation gewinnt im industriellen Mittelstand und bei globalen Konzernen rasant an Fahrt.

Finanzprozesse im Zeitraffer

Der Schallplattenhersteller Victrola hat seinen Wechsel von SAP ECC zu SAP Cloud ERP in nur sechs Monaten abgeschlossen. Die Ergebnisse sind beeindruckend: Die Erstellung von Gewinn- und Verlustrechnungen dauert jetzt 10 bis 15 Minuten – statt zuvor vier Stunden. Insgesamt sparte das Unternehmen, das 2025 einen Rekordumsatz von über einer Milliarde US-Dollar erzielte, mehr als 250 Stunden im Finanzwesen. Die Migration unterstützte der Partner Reply.

Parallel dazu hat Plantag Coatings aus Detmold Anfang Juli SAP S/4HANA in der Cloud live geschaltet. Ziel: stabilere Lieferzeiten und besserer Kundenservice. Die Geschäftsführung betont allerdings: Geduld bei anfänglichen Schwierigkeiten sei während der Umstellung unvermeidbar.

Logistik: Neue Verknüpfungen, alte Baustellen

Auch im Logistikbereich tut sich was. Mit „Advanced Shipping and Receiving“ (ASR) verknüpft SAP Transportmanagement (TM) und Lagerverwaltung (EWM) enger. Der produktive Einsatz lohnt sich laut Experten besonders ab Release 2025. Neue Funktionen wie lieferübergreifendes Verpacken und verbessertes Änderungsmanagement sind dann integriert. Aber: Bei späten Änderungen im Transportablauf gibt es noch Optimierungsbedarf.

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Nokia setzt auf RISE – SAP kauft Dremio

Auf Konzernebene treibt Nokia seine digitale Transformation voran. Das Unternehmen unterzeichnete Ende 2025 einen mehrjährigen Vertrag mit SAP und Microsoft. Ziel: die Migration zu „RISE with SAP“ auf der Azure-Plattform. Das Projekt umfasst Finanzen, Logistik und den globalen Handel. Im Fokus steht ein moderner, standardisierter Softwarekern – der sogenannte Clean Core.

SAP selbst rüstet für die Zukunft auf. Am 6. Juli 2026 schloss der Konzern die Übernahme von Dremio ab. Die Plattform erlaubt Analysen auf Datenbeständen, ohne diese physisch verschieben zu müssen. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für agentische KI – autonome Software-Agenten, die komplexe Aufgaben übernehmen.

KI-Assistenten für den Umstieg

Auf der Fachmesse Sapphire stellte SAP neue KI-Assistenten für SAP Cloud ALM vor. Sieben spezialisierte Agenten übernehmen künftig Aufgaben in der Systemanalyse, beim Code-Review sowie bei Datenmigrationen und Tests. Der Zeitdruck ist real: Die Standardwartung für den bisherigen SAP Solution Manager endet am 31. Dezember 2027.

Sicherheitsexperten mahnen indes zur Vorsicht. Stabilität sei nicht mit Sicherheit gleichzusetzen. Häufige Risiken 2026: Ressourcenmangel und verwaiste Benutzerkonten. Bei einer Migration sollten Berechtigungsstrukturen nicht einfach kopiert, sondern grundlegend neu strukturiert werden. Besonders die Überwachung maschineller Berechtigungen im Internet der Dinge (IoT) erfordere neue Ansätze wie „Security as a Service“.

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Mittelstand digitalisiert

Auch kleinere Unternehmen ziehen nach. Das Leihhaus Nürnberg digitalisiert sein Pfandgeschäft mit SAP Business One. Ziel: Online-Auktionen und Edelmetallhandel in eine zentrale Finanzbuchhaltung integrieren.

Die Softengine GmbH positioniert sich parallel mit Ökosystemen für den Mittelstand, die Warenwirtschaft, CRM und Produktion verbinden. Integrierte KI-Assistenzsysteme sollen auch kleinere Betriebe in der Medizintechnik oder im Baumaschinenverleih an moderne ERP-Standards heranführen.

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