Sicherheitsbeauftragte, Grenze

Sicherheitsbeauftragte: Grenze steigt auf 50 Beschäftigte ab Mai

26.06.2026 - 11:40:11 | boerse-global.de

Ab Juni 2026 müssen erst ab 50 Mitarbeitern Sicherheitsbeauftragte bestellt werden. Die Gefährdungsbeurteilung bleibt jedoch Pflicht.

Neue Sicherheitsregeln: Weniger Bürokratie für kleinere Betriebe ab 2026
Sicherheitsbeauftragte - Nahaufnahme von Händen eines Bauarbeiters mit Schutzhandschuhen, der eine Gerüstklemme mit einem Schraubenschlüssel befestigt. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Verpflichtung zur Bestellung von Sicherheitsbeauftragten greift erst ab 50 Beschäftigten – bisher lag die Grenze bei 20 Mitarbeitern. Ziel ist es, den bürokratischen Aufwand für kleinere Betriebe zu reduzieren.

Entlastung mit Risiken

Trotz der Lockerung bleibt die Gefährdungsbeurteilung zentral. Die fachgerechte Montage und Demontage von Gerüsten sowie Arbeiten in der Höhe unterliegen weiterhin strikten Sicherheitsanforderungen. Das zeigt sich auch in aktuellen Stellenausschreibungen: Arbeitgeber wie die Wisag fordern explizit Zertifikate nach VDI 6022 und den Nachweis der Höhentauglichkeit.

Der Bedarf an qualifizierten Gerüstbauern bleibt besonders in Ballungsräumen hoch. In Hamburg waren Ende Juni 2026 zeitgleich 14 Stellen für Gerüstbauer ausgeschrieben – unter anderem bei Xervon und Bilfinger GreyLogix. Betriebe werben mit übertariflichen Leistungen, Prämien und bis zu 30 Urlaubstagen.

Politik reagiert auf Fachkräftemangel

Der Sächsische Landtag verabschiedete am 25. Juni 2026 einstimmig einen Aktionsplan für das Handwerk. Dieser sieht vor, den Meisterbonus auf 3.000 Euro anzuheben und mehr Mittel für überbetriebliche Ausbildungszentren bereitzustellen. Auch die frühzeitige Berufsorientierung soll intensiviert werden – rund 54.000 Handwerksbetriebe im Freistaat brauchen dringend Nachwuchs.

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Auf nationaler Ebene forderte der Konvent der Baukultur Anfang Juni in einem Manifest eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung der bauhandwerklichen Ausbildung. Die Botschaft: Handwerk muss gleichwertige Rahmenbedingungen bekommen.

Weiterbildung wird zum Schlüsselfaktor

Komplexe Gerüstlösungen – von Fassadengerüsten bis zu Dachschutzwänden – erfordern kontinuierliche Weiterbildung. Die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) bietet Anfang Juli 2026 in Saarbrücken Grundlagenseminare für Unternehmer an. Ziel ist die Einhaltung von Sicherheitsstandards in Betrieben mit bis zu 50 Beschäftigten.

Die Branche setzt zunehmend auf Quereinsteiger. Unternehmen wie Scheidt & Bachmann suchen gezielt nach Bewerbern mit industrieller Vorbildung, um diese für spezialisierte Montageaufgaben auszubilden – etwa in der Leit- und Sicherungstechnik.

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Großprojekte treiben Nachfrage

In Sachsen-Anhalt läuft ein Ausschreibungsverfahren für die zentrale Baustelleneinrichtung mehrerer Feuerwachen, unter anderem in Halle (Saale) und Dessau-Roßlau. Der Auftrag umfasst Bauzäune, Containereinheiten und die Sicherung der Baustellenlogistik.

Technisch setzen Dienstleister verstärkt auf moderne Maschinen. Im Stahlbau kommt beispielsweise der Mobilbaukran Liebherr MK 120-5.1E zum Einsatz. Mit einer Reichweite von bis zu 48 Metern erleichtert er die Installation in beengten urbanen Räumen. Solche Technologien unterstützen die Teams bei komplexen Flächengerüsten und Schwerlastmontagen.

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