Deutschland, Handel

Stimmung im Einzelhandel wird immer schlechter

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 10:30 Uhr, dpa.de

Sparsame Kunden, steigende Kosten: Der deutsche Einzelhandel steckt in der Krise. Die Stimmung ist laut Handelsverband so schlecht wie im zweiten Lockdown wÀhrend der Corona-Pandemie.

Vor allem der stationÀre Handel tut sich derzeit schwer. Deutlich besser lÀuft das Online-GeschÀft. - Bild: Malin Wunderlich/dpa
Vor allem der stationÀre Handel tut sich derzeit schwer. Deutlich besser lÀuft das Online-GeschÀft. - Bild: Malin Wunderlich/dpa

Vor allem wegen der anhaltenden KaufzurĂŒckhaltung hat sich die Stimmung im deutschen Einzelhandel weiter verschlechtert. Das zeigt eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter 600 Unternehmen der Branche. 63 Prozent geben an, ihre GeschĂ€ftslage habe sich im ersten Halbjahr verschlechtert. Vor einem Jahr sagten das 51 Prozent.

42 Prozent der HÀndler bewerten ihre GeschÀftslage aktuell als schlecht, vor einem Jahr waren es 33 Prozent. Zwei Drittel erwarten 2026 deutlich oder leicht niedrigere UmsÀtze als im Vorjahr, lediglich 18 Prozent höhere.

«Die Situation ist noch dramatischer als sie es im eher bescheidenen Vorjahr bereits war», sagte HDE-PrĂ€sident Alexander von Preen. Die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen liege auf dem gleichen Niveau wie im zweiten Corona-Lockdown. «Das Problem fĂŒr viele Unternehmen sind die steigenden Kosten fĂŒr BeschĂ€ftigung, Energie und Wareneinkauf - bei gleichzeitig stagnierenden UmsĂ€tzen.»

Prognose fĂŒr 2026 bleibt vorsichtig

Als grĂ¶ĂŸtes Problem nennen 79 Prozent der HĂ€ndler die KaufzurĂŒckhaltung. Dahinter folgen Belastungen etwa durch BĂŒrokratie (55 Prozent), Preisentwicklung und Mindestlohn (je 48 Prozent) sowie Energiekosten (45 Prozent). 

Der HDE hĂ€lt an seiner Prognose fĂŒr 2026 fest. Der Verband erwartet fĂŒr den Einzelhandel in Deutschland im laufenden Jahr einen Gesamtumsatz von 697,4 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Plus von zwei Prozent im Vergleich mit 2025, real - also bereinigt um Preissteigerungen - nur 0,5 Prozent. 

Im Online-GeschÀft rechnet der HDE mit einem deutlichen Wachstum von real 3,5 Prozent, im stationÀren Handel liegen die Erlöse voraussichtlich nur auf dem Vorjahresniveau.

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