SteuererklĂ€rung: Ein-Klick-System fĂŒr 11,5 Millionen ab Juli
02.07.2026 - 14:31:32 | boerse-global.de
Rund 2,6 Millionen Zugriffe auf Kontendaten verzeichneten die Behörden im Jahr 2025. Davon entfielen etwa 230.000 Abfragen direkt auf die Finanzverwaltung.
BFH-Urteil prÀzisiert Entdeckung von Steuerstraftaten
Ein Urteil des Bundesfinanzhofs vom 14. Mai 2025 hat die Rahmenbedingungen neu definiert. Eine Steuerhinterziehung gilt demnach erst dann als entdeckt, wenn ein zustĂ€ndiger Sachbearbeiter tatsĂ€chlich Zugriff auf die Daten hat. Die bloĂe Speicherung in den Systemen reicht nicht aus.
Das Urteil hat direkte Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Selbstanzeigen. Bei Vorsatztaten gilt weiterhin eine verlĂ€ngerte Festsetzungsfrist von zehn Jahren. Die Rechtsprechung konkretisierte zudem die StrafmaĂe: Ab 50.000 Euro Hinterziehungsbetrag liegt regelmĂ€Ăig ein besonders schwerer Fall vor. Bei Summen ĂŒber einer Million Euro ist eine BewĂ€hrungsstrafe laut BGH nahezu ausgeschlossen.
Ein-Klick-SteuererklĂ€rung startet â mit Haken
Seit dem 1. Juli 2026 steht fĂŒr rund 11,5 Millionen Steuerpflichtige die Ein-Klick-SteuererklĂ€rung ĂŒber die App MeinELSTER+ bereit. Das Angebot richtet sich an Ledige, Kinderlose sowie Rentner und PensionĂ€re mit nur einer Einkunftsquelle. Die App nutzt bereits hinterlegte Daten wie die Lohnsteuerbescheinigung.
Doch Vorsicht: Individuelle Steuervorteile wie Werbungskosten oder Sonderausgaben erfasst die Anwendung nicht automatisch. Experten raten daher zur manuellen PrĂŒfung.
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Kryptobörsen mĂŒssen Daten melden
Seit Anfang 2026 sind Kryptobörsen im Rahmen der EU-Richtlinie DAC8 verpflichtet, Nutzerdaten und Transaktionen proaktiv an die Steuerbehörden zu melden. Die AnonymitÀt bei KryptogeschÀften sinkt damit erheblich.
Der Entwurf zum Jahressteuergesetz 2026 sieht weitere Ănderungen vor. Dazu gehört eine Anhebung der Vollverzinsung auf 3,6 Prozent pro Jahr ab Januar 2027.
Fokus auf bargeldintensive Branchen
Die Behörden konzentrieren sich verstĂ€rkt auf Branchen mit hohen Bareinnahmen. Gastronomie, Einzelhandel, Zahnmedizin und Kosmetik stehen im Fokus. KI-gestĂŒtzte Analysen und Datenbanken sollen UnregelmĂ€Ăigkeiten schneller aufdecken.
Ein aktuelles Urteil des Landgerichts MĂŒhlhausen zeigt die Konsequenzen: Ein Bauunternehmer und seine Ex-Frau wurden wegen Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung in 114 FĂ€llen zu BewĂ€hrungsstrafen verurteilt. Der Schaden belief sich auf rund sieben Millionen Euro.
Da die Finanzbehörden ihre PrĂŒfungsmechanismen und den Zugriff auf private Daten stetig verschĂ€rfen, wird eine professionelle Vorbereitung fĂŒr Unternehmer immer wichtiger. Ein kostenloser Report zeigt Ihnen, wie Sie bei einer BetriebsprĂŒfung die Kontrolle behalten und typische Fehler vermeiden. Gratis-Ratgeber zur BetriebsprĂŒfung sichern
Vorsicht vor Phishing-Welle
Mit der Digitalisierung nehmen auch Betrugsversuche zu. Kriminelle versenden derzeit gefĂ€lschte Schreiben im Namen des Bundeszentralamts fĂŒr Steuern. Sie fordern unter dem Vorwand einer IBAN-Verifizierung zur Preisgabe sensibler Daten auf.
Die Finanzbehörden warnen: Kontaktaufnahmen erfolgen ausschlieĂlich ĂŒber die örtlichen FinanzĂ€mter oder das offizielle Elster-Portal. Niemals ĂŒber Links in unaufgeforderten E-Mails oder Briefen.
