Studie: Personalbestand im Einzelhandel sinkt erstmals wieder
Veröffentlicht am: 12.06.2025 um 01:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSGleichzeitig bleibe der FachkrĂ€ftemangel im Einzelhandel trotz der konjunkturbedingt rĂŒcklĂ€ufigen BeschĂ€ftigung weiter "ein zentrales Problem", heiĂt es in der Veröffentlichung. Konkret konnten im Jahr 2024 rechnerisch 26.929 offene Stellen nicht mit qualifizierten Arbeitslosen besetzt werden. Das ist laut IW zwar weniger als im bisherigen Höchstjahr 2022 (39.369), die Situation bleibe jedoch angespannt. Zwei Drittel (66,8 Prozent) der FachkrĂ€ftelĂŒcke betreffen der Auswertung zufolge FachkrĂ€fte mit abgeschlossener Berufsausbildung. Experten (26,5 Prozent) und Spezialisten (6,7 Prozent) sind in deutlich geringerem MaĂe betroffen. Die meisten EngpĂ€sse bestehen im Verkauf ohne Produktspezialisierung (6643 fehlende FachkrĂ€fte) und in der Aufsicht und FĂŒhrung im Verkauf (5.961 fehlende Experten). Gemeinsam machen diese beiden Berufe knapp die HĂ€lfte (46,8 Prozent) der FachkrĂ€ftelĂŒcke im Einzelhandel aus. "Die schwierige Wirtschaftslage schlĂ€gt sich im Einzelhandel in einem BeschĂ€ftigungsrĂŒckgang nieder, wĂ€hrend die Branche weiterhin unter dem Druck des FachkrĂ€ftemangels steht", sagte IW-Studienautorin Franziska Arndt den Funke-Zeitungen. "Auch die Nachwuchsgewinnung gelingt nur unzureichend. Diese Herausforderungen dĂŒrfte auch die Kundschaft spĂŒren, denn die meisten FachkrĂ€fte fehlen im Verkauf." Die Studienautoren gehen davon aus, dass sich die FachkrĂ€ftesituation bei wirtschaftlicher Erholung und fortschreitendem demografischen Wandel "wieder verschĂ€rfe". Unternehmen seien daher gefordert, in Ausbildung, attraktive Arbeitsbedingungen und gezielte Ansprache von Quereinsteigern zu investieren. Auch die Nachqualifizierung von An- und Ungelernten biete Potenzial. Die Autoren empfehlen dem Handel der Veröffentlichung zufolge dabei auch, neue Schritte zu gehen bei der Nachwuchsgewinnung. Zuletzt fanden der Analyse zufolge 9.000 Ausbildungssuchende keinen Platz im Handel. Nötig sei nun ein besseres Matching und dass die Berufe an AttraktivitĂ€t gewĂ€nnen. DarĂŒber hinaus sollten mit Blick auf den FachkrĂ€ftemangel "auch Ă€ltere BeschĂ€ftigte lĂ€nger am Arbeitsmarkt gehalten werden, auch ĂŒber den Renteneintritt hinaus".
