Tarifverhandlungen, Maggi

Tarifverhandlungen: Maggi und Hochwald einigen sich auf 5% Lohnplus

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 12:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die deutsche Tarifrunde zeigt ein gespaltenes Bild: Erfolge bei Maggi und Hochwald Foods stehen gescheiterten Verhandlungen im Einzelhandel gegenüber.

Tarifkonflikte in Deutschland: Erfolge und gescheiterte Gespräche
Zwei Hände, eine im Anzug und eine in Arbeitskleidung, schütteln sich fest, vor einem verschwommenen Hintergrund einer Fabrik. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Während in der Lebensmittelindustrie erste Abschlüsse für höhere Löhne sorgen, ist die Tarifrunde im Einzelhandel in mehreren Bundesländern vorerst gescheitert.

Die Arbeitgeberseite setzte die Verhandlungen in fünf Regionen aus. Gleichzeitig verschärfen Streiks in der Kinobranche und Schlichtungsverfahren im Handwerk die Auseinandersetzungen.

Erfolge bei Maggi und Hochwald Foods

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und die Arbeitgeberverbände konnten punktuelle Erfolge vermelden. Am 10. Juli einigten sich die Parteien in der ersten Verhandlungsrunde für das Maggi-Werk in Singen.

Der neue Tarifvertrag sieht eine Lohnerhöhung von insgesamt 5 Prozent in zwei Stufen vor. Ab dem 1. August steigen die Entgelte zunächst um 2,5 Prozent, gefolgt von einer weiteren Anhebung um 2,5 Prozent zum 1. Juni 2027. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten eine einmalige Netto-Erholungsbeihilfe von 156 Euro, Auszubildende die Hälfte. Die Laufzeit beträgt 24 Monate.

Am selben Tag wurde ein Abschluss für die rund 2.000 Beschäftigten von Hochwald Foods erzielt. In den Werken Thalfang, Kaiserslautern, Hünfeld, Hungen und Schlüchtern steigen die Löhne rückwirkend zum 1. Juli um 2,5 Prozent. Diese Vereinbarung hat eine Laufzeit von zwölf Monaten.

Einzelhandel: Verhandlungen geplatzt

Ganz anders die Lage im Einzelhandel. Am 13. Juli sind die Tarifgespräche eskaliert. Die Arbeitgeberverbände sagten die geplanten Verhandlungsrunden in Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland sowie in Berlin und Brandenburg ab.

Damit entfallen unter anderem die für den 15. Juli in Rheinland-Pfalz und den 20. Juli in Bayern und dem Saarland angesetzten Termine. Der Handelsverband wirft dem Bundesvorstand der Gewerkschaft ver.di vor, eine bereits erzielte Einigung in Baden-Württemberg unterlaufen zu haben. Derzeit gebe es keine Grundlage für zielführende Gespräche.

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Ver.di wies diese Vorwürfe zurück und weitete die Warnstreiks aus. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung der Entgelte um 7 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber boten zuletzt Erhöhungen von insgesamt 3,5 Prozent verteilt auf zwei Jahre – mit einer Nullrunde in den ersten sechs Monaten.

Streiks bei Cinemaxx und Schlichtung im Handwerk

Auch in anderen Branchen bleibt die Lage angespannt. Bei der Kinokette Cinemaxx wurde die dritte Tarifverhandlungsrunde am 13. Juli von Streiks und Kundgebungen begleitet. Eine Einigung über die geforderte Entgelterhöhung und Maßnahmen gegen die Arbeitsverdichtung steht noch aus.

Ver.di fordert eine Orientierung an der europäischen Mindestlohnrichtlinie, was einem Stundenlohn von etwa 15,50 Euro entspräche. Das Unternehmen bot zuletzt lediglich 10 Cent über dem gesetzlichen Mindestlohn. Die Verhandlungen sollten heute in Hamburg fortgesetzt werden.

Im Maler- und Lackiererhandwerk ruft die IG BAU die Schlichtung an. Nachdem die bundesweiten Verhandlungen für die rund 115.000 Beschäftigten bereits Ende Januar ohne Ergebnis abgebrochen wurden, konnte auch in der dritten Runde keine Einigung erzielt werden. Die Gewerkschaft fordert ein Plus von 8 Prozent beziehungsweise mindestens 1,50 Euro mehr pro Stunde, die Arbeitgeber boten 2 Prozent.

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Regionale Unterschiede und Insolvenz

In Sachsen-Anhalt fordert SPD-Politiker Armin Willingmann ein verbessertes Angebot für die rund 3.000 Beschäftigten in der Ernährungswirtschaft. Er verwies darauf, dass die Löhne in der Region teilweise noch 30 Prozent unter dem Niveau der westlichen Bundesländer liegen.

Indes verschlechtert sich die Lage für die insolvente Eichbaum-Brauerei in Mannheim. Nach einem Krisengespräch am 13. Juli sieht die NGG kaum noch Perspektiven für den Erhalt des Unternehmens. Ein Rettungsplan aus dem Frühjahr gilt als gescheitert, rund 250 Arbeitsplätze stehen vor dem Aus. Die Gewerkschaft konzentriert sich nun auf die Forderung nach einem Sozialplan und der Einrichtung einer Transfergesellschaft.

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