Textilindustrie: China verschärft Abwasserstandards für 14,9 Mio. Betriebe
06.07.2026 - 01:54:57 | boerse-global.de
Die globale Textilindustrie treibt die Energiewende voran: Immer mehr Hersteller installieren Photovoltaikanlagen auf ihren Produktionsstätten. Steigende Nachhaltigkeitsstandards und regulatorische Vorgaben zwingen die Branche zum Umdenken.
Kolumbien und Vietnam zeigen den Weg
In Bogotá hat der Textilhersteller Lafayette eine große Solaranlage in Betrieb genommen. 3.528 Solarmodule sollen künftig fünf bis sieben Prozent des Energiebedarfs decken. Das Unternehmen verspricht sich davon eine Reduzierung des CO2-Fußabdrucks um drei Prozent.
Doch die Strategie geht weiter: Lafayette recycelt über 77 Prozent seines Wassers und behandelt das gesamte Abwasser. Die Einleitungen sanken dadurch um mehr als 80 Prozent.
Ähnlich sieht es in Vietnam aus. In der Provinz Phu Tho treiben lokale Betriebe die grüne Transformation voran. Der Hersteller Nguyen Ngoc CTM spart nach eigenen Angaben rund 30 Prozent Stromkosten durch eine Dach-Solaranlage.
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Noch ambitionierter ist KOHSEI MULTIPACK: Das Unternehmen installierte eine Anlage mit zwei Megawatt-Peak Leistung. Sie soll künftig 20 bis 30 Prozent des Energiebedarfs decken. Ziel ist es, internationale Nachhaltigkeitsstandards zu erfüllen und wettbewerbsfähig zu bleiben.
China und Mexiko verschärfen die Regeln
Der Trend zur Ökologisierung wird durch neue Gesetze befeuert. China veröffentlichte strengere Abwasserstandards für die Textilindustrie. Die neuen Richtlinien betreffen rund 14,9 Millionen Unternehmen – darunter viele kleine und mittlere Betriebe. Sie fördern Kreislaufwirtschaft und die Reduktion von Treibhausgasemissionen.
Mexiko geht einen anderen Weg: Die Regierung von Morelos investiert über den Fonds Fidecomp rund 3,6 Millionen Pesos in die Sanierung einer Textilgenossenschaft in Cuernavaca. Das Gesamtprojektvolumen liegt bei knapp acht Millionen Pesos. Ziel ist die Schaffung von Arbeitsplätzen für Frauen.
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Parallel baut der Staatsversorger CFE die Solarinfrastruktur in Sonora und Baja California massiv aus. Huawei liefert die Batteriespeicher für eine stabile Versorgung mit erneuerbarer Energie.
Chemische Innovationen ergänzen die Solartechnik
Neben der Energiegewinnung setzen Textilbetriebe auf chemische Verfahren, um Ressourcen zu sparen. Neue Methoden wie enzymatische Entschlichtung oder biologisch abbaubare Additive senken Temperatur und Wasserverbrauch in der Produktion.
Branchenkenner sehen die Kombination aus emissionsfreier Energie und effizienteren chemischen Prozessen als Schlüssel für Zertifizierungen wie OEKO-TEX oder den Global Recycled Standard. Nur wer beides umstellt, kann die steigenden Anforderungen an eine transparente und umweltfreundliche Lieferkette dauerhaft erfüllen.
