Umweltaussagen ab September: EU verbietet ungeprüfte Grünwäsche
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 21:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Gesetze, verschärfte Haftungsregeln und der Fachkräftemangel treiben den Wandel.
Neben klassischen Aufgaben wie Gefahrstoffmanagement und Unfallprävention rücken Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Cybersicherheit in den Fokus.
Job-to-Job-Erprobung: Vier Wochen testen erlaubt
Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf zur „Job-to-Job-Erprobung“ beschlossen. Beschäftigte können damit bis zu vier Wochen – in Ausnahmefällen sechs Wochen – eine neue Tätigkeit bei einem anderen Arbeitgeber testen. Das Verfahren soll bis Ende November 2026 abgeschlossen sein.
Für Unternehmen bedeutet das mehr Flexibilität. Gleichzeitig soll der Bürokratieabbau in KMU bis zu 123.000 Sicherheitsbeauftragte überflüssig machen. Die jährliche Entlastung: rund 720 Millionen Euro.
Parallel werden technische Prüfpflichten relevanter. Nach DGUV Vorschrift 3 und Betriebssicherheitsverordnung müssen elektrische Betriebsmittel regelmäßig geprüft werden – vom Laptop-Netzteil bis zur Kaffeemaschine. Fehlen die Nachweise, drohen Bußgelder und Haftungsrisiken für die Geschäftsführung.
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Strengere Regeln für Umweltaussagen
Ab dem 27. September 2026 greift die EU-Richtlinie EmpCo. Allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“ sind dann verboten – es sei denn, sie basieren auf einer nachweislich hervorragenden Umweltleistung. Private Nachhaltigkeitssiegel brauchen künftig transparente Zertifizierungen und unabhängige Prüfungen.
Der Bedarf an zertifizierten Nachhaltigkeitsbeauftragten steigt parallel. Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) bringt neue Berichtspflichten. Das Umweltinstitut Offenbach bietet bereits spezialisierte Lehrgänge an, die unter anderem die EU-Omnibus-Initiative und die Pflichten für Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern thematisieren.
Cybersicherheit wird Chefsache
Die NIS2-Richtlinie macht Cyber-Resilienz zur Leitungsaufgabe. Das bedeutet persönliche Haftung für die Geschäftsführung. Besonders die vernetzte Produktion (OT-Sicherheit) steht im Fokus.
Die Zahlen sind alarmierend: 87 Prozent der deutschen Unternehmen waren laut Bitkom 2025 von Cyberangriffen betroffen. Der Gesamtschaden: über 289 Milliarden Euro. Die IHK Offenbach plant für August 2026 Informationsveranstaltungen zu Risikoanalysen und Lieferketten-Absicherung.
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Fachkräftemangel und neue Grenzwerte
Der Personalbedarf in der Arbeitssicherheit ist enorm. Die Deutsche Bahn sucht für die Fahrzeuginstandhaltung in Frankfurt am Main Fachkräfte mit Kenntnissen in Kennzahlensystemen wie der LTIF, im Abfallmanagement und bei internen Audits. Auch Dienstleister wie G3 Worldwide Mail stellen ein – gesucht werden Experten für Arbeitssicherheit und Compliance-Themen wie die EU-Öko-Verordnung.
Besonders dynamisch ist die Rüstungsindustrie. Hensoldt meldete im ersten Quartal 2026 einen Rekordauftragsbestand von 9,8 Milliarden Euro. Rheinmetall stellt weltweit 5.000 neue Mitarbeiter ein. Quereinsteiger aus der Automobil- oder Luftfahrtindustrie sind willkommen.
Aktuelle gesundheitstechnische Anpassungen kommen hinzu: Die DFG-Kommission hat Mitte Juli 2026 die MAK- und BAT-Werte für zehn Arbeitsstoffe überarbeitet – darunter Mangan und anorganische Verbindungen. Das BMAS prüft die Übernahme in gesetzliche Regelungen. Zudem fordert die DGUV bei Elektro- und Wasserstofffahrzeugen mindestens eine jährliche Unterweisung des Personals.
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