US-ReprĂ€sentantenhaus stimmt fĂŒr Haushalt - Shutdown droht
Veröffentlicht: 22.03.2024 um 18:23 Uhr, dpa.deDer Gesetzesentwurf wurde am Freitag mit parteiĂŒbergreifender Mehrheit angenommen - 286 Abgeordnete stimmten dafĂŒr, 134 Abgeordnete dagegen. Das 1,2 Billionen US-Dollar (etwa 1,1 Billionen Euro) schwere Paket finanziert einen groĂen Teil der GeschĂ€fte der US-Regierung fĂŒr das laufende Haushaltsjahr, das noch bis Ende September geht.
Weitere MilitĂ€rhilfe fĂŒr die von Russland angegriffene Ukraine enthĂ€lt es nicht. Die Zustimmung des Senats - der zweiten Parlamentskammer - stand noch aus. Ohne diese kommt es in der Nacht zu Samstag (Ortszeit) zu einem teilweisen Stillstand der RegierungsgeschĂ€fte. Den republikanischen Vorsitzenden des ReprĂ€sentantenhauses, Mike Johnson, könnte die Abstimmung in seiner Kammer das Amt kosten.
Die Auswirkungen des sogenannten Shutdowns ĂŒber das Wochenende wĂ€ren aber minimal, da die meisten Regierungsangestellten ohnehin frei haben. Problematisch wĂ€re es, wenn sich eine Zustimmung des Senats bis in die kommende Woche ziehen wĂŒrde. Es ist davon auszugehen, dass der Senat grĂŒnes Licht geben wird. Offen ist nur, wie lange sich die Abstimmung in der Parlamentskammer hinziehen wird. Ein Shutdown bedeutet, dass Millionen Angestellte der Regierung kein Gehalt mehr bekommen. Viele Ministerien und Behörden haben NotfallplĂ€ne fĂŒr diesen Fall. Wie stark sich ein Shutdown auf den Alltag und die Wirtschaft in den USA auswirkt, hĂ€ngt von seiner LĂ€nge ab.
Offen ist, welche Folgen die erfolgreiche Abstimmung im ReprĂ€sentantenhaus fĂŒr den Republikaner Johnson haben wird. Die ultrarechte Republikanerin Marjorie Taylor Greene brachte am Freitag einen Antrag ein, um Johnson aus dem Amt zu jagen. Das Haushaltspaket sei ein Etat der Demokraten, hinter dem sie nicht stehe. Es handle bei ihrem Antrag um eine "Warnung", sagte sie. Er solle AnstoĂ fĂŒr Diskussionen sein. Gleichzeitig erklĂ€rte sie: "Wir brauchen einen neuen Vorsitzenden." Der Antrag an sich bedeutet noch nicht, dass Johnson seinen Posten verlieren wird. Insgesamt stimmten 112 Republikaner gegen das Haushaltspaket. Johnsons VorgĂ€nger, Kevin McCarthy, war ĂŒber die Finanzierungsfrage gestĂŒrzt.
Die Streitereien ĂŒber den Haushalt dauern seit Monaten an. Vor rund zwei Wochen hatte der US-Kongress bereits ein erstes Haushaltspaket verabschiedet, das die Finanzierung einer Reihe von Ministerien und Bundesbehörden fĂŒr den Rest des Haushaltsjahres sicherstellt. In der Regel einigt sich der Kongress auf ein groĂes Haushaltspaket zur Finanzierung der RegierungsgeschĂ€fte - dies hĂ€tte eigentlich bereits vergangenen Herbst verabschiedet werden mĂŒssen. Dagegen stemmten sich allerdings die zerstrittenen Republikaner - sie splitteten den Haushalt nun in zwei Pakete auf. In der Zwischenzeit behalf sich der Kongress mit der Verabschiedung mehrerer Ăbergangshaushalte, um einen Stillstand der RegierungsgeschĂ€fte zu verhindern.
Republikaner und Demokraten hatten sich Anfang der Woche auf das aktuelle Paket geeinigt. Es enthĂ€lt maĂgeblich Mittel fĂŒr die Verteidigung und finanziert auĂerdem unter anderem das Ministerium fĂŒr Heimatschutz oder auch das Arbeitsministerium. Beide Haushaltspakete zusammen belaufen sich auf 1,66 Billionen US-Dollar. Weiterhin unklar ist die Zukunft neuer Finanzhilfen der USA fĂŒr andere LĂ€nder wie die Ukraine. Der Senat hatte im Februar fĂŒr ein Hilfspaket votiert, das rund 60 Milliarden US-Dollar an UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine vorsieht. Die Zustimmung des ReprĂ€sentantenhauses steht allerdings noch aus.
