Vernichtungsverbot Kleidung: Neue Pflichten ab 19. Juli für große Firmen
19.06.2026 - 15:56:11 | boerse-global.de
Die UmweltBank erwartet für 2026 ein deutlich höheres Ergebnis, während die EU-Kommission die Nachhaltigkeitsberichterstattung verschlanken will. Parallel legen internationale Unternehmen neue ESG-Zahlen vor.
UmweltBank: Gewinnsprung und optimistische Prognose
Die UmweltBank AG hat heute ihren kombinierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht für 2025 vorgelegt. Das Einzelinstitut erzielte ein Vorsteuerergebnis von 6,4 Millionen Euro bei einem Jahresüberschuss von 14,3 Millionen Euro. Auf Konzernebene lagen die Zahlen bei 3,2 Millionen Euro (Vorsteuer) und 12,3 Millionen Euro Überschuss.
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Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung Ende Juli eine Dividende von 5 Cent je Aktie vor. Für 2026 zeigt sich das Institut optimistisch: Die Prognose für die AG liegt bei 12,5 bis 17,5 Millionen Euro Vorsteuerergebnis, im Konzern zwischen 10 und 15 Millionen Euro.
Industrie setzt auf Kreislaufwirtschaft
Der chinesische Technologiekonzern Zhejiang Sunparl Zkong Technology hat erstmals einen testierten ESG-Bericht vorgelegt. Rund 8,2 Prozent des Umsatzes flossen in Forschung und Entwicklung. Die Tochter ZKONG betreut mittlerweile über 3.000 Marken in mehr als 200.000 Filialen. Das Unternehmen schloss zudem die Prüfung seines CO2-Fußabdrucks nach internationalen Standards ab.
CWS Workwear veröffentlichte ebenfalls einen Verantwortungsbericht für 2025/26. 81 Prozent des Stroms stammen aus erneuerbaren Quellen, die Arbeitskleidung besteht zu 55 Prozent aus recycelten Materialien. Über die Science Based Targets Initiative (SBTi) will das Unternehmen seine Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 um 42 Prozent gegenüber 2021 senken. Neue Standorte in Lingen, Cork und Bra?ov sind für dieses Jahr geplant.
NESCAFÉ und Hologic: Fortschritte bei Rohstoffen und Emissionen
NESCAFÉ berichtete über Erfolge in der Rohstoffbeschaffung. Bereits 53 Prozent des Rohkaffees stammen von Farmen mit regenerativer Landwirtschaft. Die Treibhausgasemissionen aus dem Rohkaffeebereich sanken im Vergleich zu 2018 um 18,3 Prozent. Über 20 Millionen Kaffeesetzlinge wurden an Erzeuger verteilt.
Der Medizintechnikkonzern Hologic veröffentlichte zum 40-jährigen Bestehen seinen Nachhaltigkeitsbericht 2025. Die betriebsbedingten Emissionen reduzierte das Unternehmen um 27 Prozent gegenüber 2020. Bis 2050 strebt Hologic Netto-Null-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette an.
EU will Berichtskosten um ein Drittel senken
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Die EU-Kommission legte Mitte Juni Entwürfe für überarbeitete Nachhaltigkeitsberichterstattungsstandards (ESRS) vor. Ab dem Geschäftsjahr 2027 sollen die Berichtskosten um über 30 Prozent sinken – durch weniger verpflichtende Datenpunkte.
Eine Studie von Union Investment unter 130 institutionellen Investoren (verwaltetes Vermögen: 1,7 Billionen Euro) untermauert den Reformbedarf. 85 Prozent der Befragten berücksichtigen ESG-Kriterien, doch 92 Prozent fordern eine effizientere Regulierung. Gleichzeitig zweifeln 91 Prozent daran, dass die Pariser Klimaziele unter den aktuellen Bedingungen erreichbar sind.
Ab dem 19. Juli 2026 verschärfen sich zudem die gesetzlichen Anforderungen: Ein EU-weites Vernichtungsverbot für unverkaufte Bekleidung und Schuhe tritt in Kraft. Betroffen sind zunächst große Unternehmen mit über 250 Beschäftigten und mehr als 50 Millionen Euro Umsatz. Der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) stellte hierzu einen Leitfaden zur rechtssicheren Umsetzung bereit.
