Viel Personal, trotzdem LĂŒcken: Deutschlands Steuerverwaltung im EU-Vergleich
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 13:28 Uhr | presseportal, AD HOC NEWSDie wichtigsten Ergebnisse
Grundlage sind die fĂŒr 2024 an die OECD gemeldeten Personal- und Kostenzahlen der Steuerverwaltungen, ohne reine Zollstellen. FĂŒr den EU-Vergleich der privaten Branche nutzt die Studie die Unternehmensstatistik von Eurostat fĂŒr 2023, fĂŒr die BeschĂ€ftigungsentwicklung in Deutschland Daten der Bundesagentur fĂŒr Arbeit sowie Angaben der Bundesregierung zum Personal der FinanzĂ€mter. Die Auswertung zeigt, wie groĂ die Verwaltungen sind und was ihr Betrieb kostet - nicht aber, wie effizient sie arbeiten.
Beim Personal je Einwohner liegt Deutschland auf Platz 7
Die Steuerverwaltungen der EU zĂ€hlten 2024 insgesamt 416.274 Vollzeitstellen, davon 110.024 in Deutschland. Je 10.000 Einwohner reicht die Spanne von 4,3 Stellen in Spanien bis 21,6 in Luxemburg. Deutschland liegt mit 13,2 Stellen auf Platz 7. Vier der sechs LĂ€nder mit höheren Personalwerten je Einwohner ziehen ĂŒber ihre Steuerverwaltung auch SozialversicherungsbeitrĂ€ge ein.
128 Euro je Einwohner: Deutschlands Steuerverwaltung bei den laufenden Kosten auf Platz 4 der EU
FĂŒr den laufenden Betrieb gab die deutsche Steuerverwaltung 2024 insgesamt 10,7 Milliarden Euro aus. Das entspricht 128 Euro je Einwohner und damit Platz 4 in der EU. Frankreich kam auf 64 Euro je Einwohner, Spanien auf 28 Euro.
Gemessen an den Steuereinnahmen liegt der mittlere Wert der EU-LĂ€nder bei 0,7 Euro Verwaltungskosten je 100 Euro Steuern. Die deutsche Quote bewegt sich seit 2018 in jedem Jahr zwischen 1,2 und 1,4 Euro.
Fast 6.900 unbesetzte Stellen in den FinanzÀmtern im Jahr 2024
2024 waren in den deutschen FinanzĂ€mtern 6.869 Stellen unbesetzt, nach 6.828 im Vorjahr. Diese Angaben beziehen sich ausschlieĂlich auf die FinanzĂ€mter - und damit auf einen Teil der im EU-Vergleich erfassten Steuerverwaltung.
Deutschlands private Steuerbranche hat die meisten BeschÀftigten der EU - je Einwohner liegt sie im Mittelfeld
2023 arbeiteten in Deutschland 464.000 Menschen in Steuerberatung, BuchfĂŒhrung und WirtschaftsprĂŒfung - mehr als in jedem anderen EU-Land. Ihr Arbeitsumfang entsprach rund 397.000 Vollzeitstellen. Gemessen an den Vollzeitstellen je Einwohner lag die deutsche Branche auf Platz 11 von 27 und damit im EU-Mittelfeld.
Digitale Buchhaltung als Ansatzpunkt fĂŒr kleine Betriebe
FĂŒr SelbststĂ€ndige und kleine Unternehmen gehören das Sammeln von Belegen, das Buchen von GeschĂ€ftsvorfĂ€llen und die Vorbereitung der SteuererklĂ€rung zum betrieblichen Alltag - hĂ€ufig in Zusammenarbeit mit einer Steuerkanzlei. Digitale AblĂ€ufe können diese Zusammenarbeit erleichtern. Einen Ansatzpunkt bietet die E-Rechnung: Ihre strukturierten Daten lassen sich automatisch auslesen und fĂŒr die Buchhaltung weiterverarbeiten.
Die vollstÀndige Studie befindet sich unter: https://www.buchhaltungsbutler.de/steuerverwaltung-eu-vergleich/
Sie zeigt fĂŒr alle 27 EU-LĂ€nder den Personalbestand und die laufenden Kosten der Steuerverwaltung sowie die GröĂe der Branche fĂŒr Steuerberatung, BuchfĂŒhrung und WirtschaftsprĂŒfung. Hinzu kommen Vergleichswerte zur Steuerverwaltung im Vereinigten Königreich und in Norwegen. Ein interaktiver Kassenbon fasst die Kennzahlen je Land zusammen.
Methodik
Steuerverwaltungen: Grundlage ist die Erhebung International Survey on Revenue Administration (ISORA), abgerufen ĂŒber die Datenbank des IWF, fĂŒr das Haushaltsjahr 2024. Verglichen werden VollzeitĂ€quivalente ohne reine Zollstellen je 10.000 Einwohner sowie laufende Verwaltungsausgaben je 100 Euro Nettoeinnahmen. Als "mittlerer Wert" wird der Median der EU-LĂ€nder bezeichnet.
Private Branche: Grundlage ist die Eurostat-Unternehmensstatistik fĂŒr Steuerberatung, BuchfĂŒhrung und WirtschaftsprĂŒfung (NACE 69.2), Berichtsjahr 2023. Die Auswertung unterscheidet zwischen der Zahl der beschĂ€ftigten Personen und ihrem Arbeitsumfang in VollzeitĂ€quivalenten.
Deutschland: ErgĂ€nzend nutzt die Studie Antworten der Bundesregierung auf Bundestagsanfragen sowie Angaben des Bundesministeriums der Finanzen, der Bundesagentur fĂŒr Arbeit und von Destatis. Die BeschĂ€ftigungsentwicklung der privaten Branche beruht auf den sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten im Wirtschaftszweig 69.2. Die Zeitreihe zum Personal der FinanzĂ€mter misst das tatsĂ€chlich eingesetzte Personal in VollzeitĂ€quivalenten, nicht die Zahl der vorgesehenen Stellen.
Vergleichsgrenzen: 13 der 27 Steuerverwaltungen ziehen auch SozialversicherungsbeitrÀge ein. Diese Zusatzaufgabe sowie Unterschiede im Aufgabenzuschnitt, in der Abgrenzung der gemeldeten Einnahmen und in der Rechnungslegung schrÀnken direkte LÀndervergleiche ein.
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