Volkswagen: Bis zu 100.000 Stellen vor dem Aus
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 22:05 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Während Volkswagen offenbar einen massiven Stellenabbau vorbereitet, muss sich die Rüstungsindustrie nach dem Aus des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS neu orientieren.
VW: Bis zu 100.000 Stellen vor dem Aus?
Bei der Volkswagen AG verdichten sich die Anzeichen für eine beispiellose Umstrukturierung. Konzernchef Oliver Blume sprach in einem internen Interview von Mitte Juli offen über die Notwendigkeit, die weltweiten Personalkapazitäten drastisch zu reduzieren. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen könnten zusätzlich zu bereits vereinbarten Maßnahmen weitere 50.000 Stellen wegfallen.
Da bereits Planungen für den Abbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen existierten, könnte sich die Gesamtzahl der gestrichenen Stellen auf bis zu 100.000 belaufen. Hintergrund: Die Gemeinkosten des Konzerns liegen laut Blume etwa 20 Prozent über dem Niveau der Wettbewerber.
Die Fabrikkosten in Deutschland konnten zwar bereits um ein Fünftel gesenkt werden. Doch die Auslastung mehrerer Standorte bleibt kritisch. Für die Werke in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm fehlt derzeit eine gesicherte Zukunftsperspektive. In Osnabrück gestalten sich zudem die Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit einem Rüstungsunternehmen schwierig.
Absatzeinbruch in China setzt Konzern zu
Die wirtschaftliche Lage im zweiten Quartal 2026 verdeutlicht den Handlungsdruck. Der weltweite Absatz sank um rund neun Prozent auf etwa 2,1 Millionen Fahrzeuge. Besonders dramatisch fiel der Rückgang auf dem chinesischen Markt aus: Hier verzeichnete das Unternehmen ein Minus von 37 Prozent auf 424.300 Auslieferungen.
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Ein Lichtblick ist der neue ID. Polo. Innerhalb von vier Wochen nach Markteinführung gingen 50.000 Bestellungen ein. Der Betriebsrat kritisierte derweil die Kommunikationsstrategie des Vorstands und wies auf die ungesicherte Lage von rund 40.000 Beschäftigten an fünf Standorten hin.
Rüstungsbranche: Nach FCAS-Aus beginnt die Neuordnung
Parallel zu den Entwicklungen in der Automobilindustrie vollzieht sich im Rüstungssektor eine strategische Kehrtwende. Nach dem im Juni 2026 verkündeten Ende des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS suchen die Beteiligten nach Alternativen.
Auf einer Betriebsversammlung am Standort Manching Mitte Juli wurde der Projektabbruch thematisiert. Vertreter der Arbeitnehmerseite erklärten, dass für eine nachhaltige Zusammenarbeit zuletzt die Basis gefehlt habe.
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Trotz des Scheiterns des bemannten Kampfflugzeugs soll die Entwicklung der sogenannten „Combat Cloud“ fortgeführt werden. Deutschland erwägt zudem einen Beitritt zum Global Combat Air Programme (GCAP). Airbus setzt verstärkt auf Drohnentechnologien – darunter die Kampfdrohne U760 Ravenstorm, die ab 2030 verfügbar sein soll, sowie das Modell U740 Valkyrie, das in Kooperation mit einem Partner entsteht.
KI und Präzisionswaffen: Wo die Zukunft liegt
Ein weiterer Trend in der Branche ist die wachsende Bedeutung von Software und Künstlicher Intelligenz. Das Rüstungs-Start-up Helsing konnte im Juli 2026 bei einer Finanzierungsrunde 1,8 Milliarden US-Dollar einsammeln. Die Unternehmensbewertung stieg damit auf 18 Milliarden US-Dollar. Helsing ist unter anderem an der Softwareentwicklung für ein Nachfolgeprogramm beteiligt.
Gleichzeitig zeichnet sich ein Wettbewerb bei weitreichenden Präzisionswaffen ab. Für ein entsprechendes Programm bewerben sich die MBDA mit einer Weiterentwicklung bestehender Marschflugkörper und die Ariane Group mit Entwürfen für ballistische Raketen. Diese sollen Reichweiten zwischen 1.000 und 2.500 Kilometern abdecken. Eine Entscheidung wird im Rahmen eines deutsch-französischen Ministerrats erwartet.
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