Volkswagen plant Stellenabbau: Bis zu 100.000 Jobs auf dem Prüfstand
27.06.2026 - 00:39:22 | boerse-global.de
Beim Flughafenbetreiber Fraport gibt es Manipulationsvorwürfe bei der Betriebsratswahl. Mercedes-Benz streitet über Arbeitszeitverlängerungen, und Volkswagen plant offenbar einen massiven Stellenabbau.
Fraport: Klage gegen Betriebsratswahl
Ein Betriebsratsmitglied hat am 25. Juni Klage gegen die jüngste Wahl eingereicht. Sie betrifft rund 13.000 Beschäftigte. Der Kläger wirft dem Wahlvorstand schwere Unregelmäßigkeiten vor.
Konkret sollen Briefwahlunterlagen für Unbefugte frei zugänglich gewesen sein. Zudem wurde ein Müllsack mit geschredderten Stimmzetteln entdeckt. Ziel der Klage ist eine Annullierung und Neuwahl unter unabhängiger Aufsicht.
Es ist nicht der erste Konflikt dieser Art: Bereits 2025 wurde eine Wahl gerichtlich gestoppt. 2024 ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Wahlbetrugs, stellte das Verfahren aber später ein. In einem weiteren Fall wurde ein Kommunalpolitiker verhaftet – er soll bei der KAV-Wahl im Juni 2024 Briefwahlunterlagen unrechtmäßig genutzt haben.
Mercedes: Streit um 40-Stunden-Woche
Beim Autobauer Mercedes-Benz ist der Ton zwischen Management und Betriebsrat rau. Hintergrund: Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. Im ersten Quartal 2026 sank das Ergebnis um 17,2 Prozent.
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Aufsichtsratschef Martin Brudermüller fordert die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich. Derzeit gilt die 35-Stunden-Woche. Betriebsratschef Ergun Lümali lehnt das ab: Eine Verlängerung sei bei aktueller Auslastung nicht zielführend.
Zusätzlich belastet eine Entscheidung des Vorstands: Eine tarifliche Sonderzahlung in Höhe von 18,4 Prozent eines Monatsentgelts wird für rund 90.000 Beschäftigte auf 2027 verschoben. Der Betriebsrat kritisiert das als einseitig – die Ursachen für die Schwäche, etwa geopolitische Spannungen und hohe Energiepreise, lägen nicht bei der Belegschaft.
Volkswagen: Bis zu 100.000 Stellen weg?
Noch härtere Einschnitte zeichnen sich bei Volkswagen ab. Berichten zufolge plant Konzernchef Oliver Blume einen massiven Stellenabbau – weltweit könnten bis zu 100.000 Arbeitsplätze wegfallen. Auch Werksschließungen in Deutschland stehen zur Debatte, etwa in Neckarsulm, Hannover, Zwickau und Emden.
IG Metall und VW-Betriebsrat nennen das unverantwortliche Drohungen. Zwar sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 ausgeschlossen, doch der Druck wächst. Eine Entscheidung über die Sparpläne erwartet der Aufsichtsrat am 9. Juli. Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte und spielt eine Schlüsselrolle.
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Regionale Konflikte – und positive Signale
Auch kleinere Unternehmen sind betroffen. In Trier kündigte der Internetdienstleister Socoto am 25. Juni rund einem Viertel seiner Belegschaft. Die Entlassungen kamen unmittelbar vor einer geplanten Betriebsratsgründung.
Ganz anders die Nachricht von Tesla: Der US-Hersteller will in Grünheide weitere 1.000 Mitarbeiter einstellen. Ab Oktober soll die Produktion auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche steigen, um die Nachfrage nach dem Model Y zu decken.
Eine positive Bilanz zog die Mitteldeutsche Flughafen AG für 2025. Trotz eines leichten Passagierrückgangs in Leipzig/Halle erzielte sie erstmals seit Jahren ein positives Konzernergebnis: 10,5 Millionen Euro – nach einem deutlichen Defizit im Vorjahr.
