Volkswagen-Vorstand, Form

Volkswagen-Vorstand: Unternehmen in aktueller Form existenzbedroht

21.06.2026 - 19:34:03 | boerse-global.de

SpaceX erhĂ€lt schlechteste Nachhaltigkeitsnote, Volkswagen plant massiven Stellenabbau. Amazon sichert sich Rekord-PPA fĂŒr Offshore-Windpark.

ESG-Krise bei SpaceX und VW: Amazon investiert in grĂŒne Energie
Volkswagen-Vorstand - Nahaufnahme einer Hand, die einen Stift ĂŒber einem Finanzbericht hĂ€lt, mit unscharfen Diagrammen im Hintergrund. 21.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

WĂ€hrend neue Regulierungen und kritische Analysten den Kapitalzugang erschweren, zwingt der Transformationsdruck traditionsreiche Unternehmen zu drastischen Einschnitten. Besonders deutlich zeigt sich das bei SpaceX und Volkswagen – wĂ€hrend Amazon massiv in grĂŒne Infrastruktur investiert.

SpaceX: Schlechteste Nachhaltigkeitsnote nach Börsengang

Der Raumfahrtkonzern SpaceX steht nach seinem Börsengang vor erheblichen HĂŒrden am Kapitalmarkt. Der Analysedienst MSCI vergab die schlechteste Nachhaltigkeitsnote „Triple C“. Die Einstufung erfolgte Mitte Juni rĂŒckwirkend zum Tag vor dem BörsendebĂŒt.

Hauptgrund sind gravierende MĂ€ngel in der UnternehmensfĂŒhrung. Die Governance-Struktur erhielt lediglich 3,2 von 10 möglichen Punkten. ZusĂ€tzlich setzt ein orangefarbenes Warnsignal bei den Kontroversen den Konzern unter Druck.

Die Folgen könnten weitreichend sein. EuropĂ€ische Vermögensverwalter mit einem Fondsvolumen von ĂŒber 6,5 Billionen Euro prĂŒfen derzeit die Vereinbarkeit der SpaceX-Aktie mit den EU-Nachhaltigkeitsregeln. Ein Ausschluss aus diesen Portfolios wĂŒrde die LiquiditĂ€t des Titels massiv einschrĂ€nken.

Volkswagen: VorstĂ€nde fĂŒrchten um die Existenz

Parallel zur Governance-Debatte kĂ€mpft Volkswagen mit den wirtschaftlichen Folgen der Transformation. In einer internen Befragung Ă€ußerten sechs von neun VorstĂ€nden die EinschĂ€tzung: Das Unternehmen sei in seiner aktuellen Form existenzbedroht.

Das GeschĂ€ftsmodell funktioniere nicht mehr wie gewohnt, so der Konzernchef. Die Zahlen geben ihm recht: Anfang des Jahres verzeichnete Volkswagen zweistellige EinbrĂŒche bei Umsatz und operativem Ergebnis.

Die Reaktion folgte prompt. Bis Ende des Jahrzehnts sollen weltweit rund 50.000 Stellen gestrichen werden. Der Schwerpunkt liegt mit 35.000 ArbeitsplÀtzen auf der Kernmarke. Ein Teil des Abbaus soll bereits bis Ende des Jahres durch freiwillige Austrittsvereinbarungen realisiert werden. Ziel: Die Fabrikkosten an deutschen Standorten schon im nÀchsten Jahr um mehr als 20 Prozent senken.

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Amazon setzt auf grĂŒne Rekord-Investitionen

Trotz der Krise in klassischen Industriesektoren fließen Rekordsummen in die Energiewende. Ein Bericht von REN21 beziffert die weltweiten Gesamtinvestitionen in Netze, Speicher und E-MobilitĂ€t fĂŒr das vergangene Jahr auf rund 2,3 Billionen Dollar.

In diesem Umfeld sichert sich Amazon langfristige KapazitĂ€ten fĂŒr grĂŒnen Strom. Gemeinsam mit Skyborn Renewables wurde ein Stromabnahmevertrag (PPA) ĂŒber 600 Megawatt fĂŒr den Offshore-Windpark Gennaker in der Ostsee geschlossen. Es handelt sich um das bisher grĂ¶ĂŸte Einzel-PPA in Deutschland.

Das Gesamtprojekt umfasst ein Investitionsvolumen von rund drei Milliarden Euro. Der Baubeginn ist fĂŒr diesen Sommer geplant, die vollstĂ€ndige Inbetriebnahme bis Ende 2028 angestrebt. Damit weitet Amazon sein Portfolio an erneuerbaren Energien in Deutschland auf ĂŒber 1,3 Gigawatt aus.

Neue Regeln: EU verschÀrft Anforderungen an Lieferketten

Der politische Druck auf Unternehmen steigt weiter. Die EU-Kommission arbeitet an einem Gesetz zur Diversifizierung von Lieferketten. Ziel ist es, die AbhĂ€ngigkeit von China bei kritischen Rohstoffen zu verringern – nachdem im vergangenen Jahr ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr strategische GĂŒter verhĂ€ngt wurden. Konkrete Details sollen im Herbst vorgestellt werden.

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Auch im Inland verschĂ€rfen sich die Compliance-Anforderungen. Seit Mai gelten neue Pflichten nach BetriebsprĂŒfungen: Unternehmen mĂŒssen festgestellte Fehler aktiv auf Vorjahre ĂŒberprĂŒfen. Bei VerstĂ¶ĂŸen drohen Sanktionen von bis zu 25.000 Euro.

Meilenstein in Australien: Erste kommerzielle Kohlenstoffraffinerie

WÀhrend die Politik den Rahmen vorgibt, nehmen technologische Lösungen konkrete Formen an. In Australien wurde heute die weltweit erste kommerzielle Kohlenstoffraffinerie in Betrieb genommen.

Die Anlage des Unternehmens MCi Carbon nutzt Mineralisierung, um CO2 in Baumaterialien wie Beton oder Gips umzuwandeln. Mit einer KapazitĂ€t von zunĂ€chst 2.500 Tonnen CO2 pro Jahr dient das Projekt als Referenz fĂŒr die industrielle Skalierung von Carbon-Capture-Technologien. Zu den ersten kommerziellen Kunden zĂ€hlt der Feuerfestprodukte-Hersteller RHI Magnesita.

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