Warnstreik bei Ikea: 8.000 BeschÀftigte fordern 222 Euro mehr
21.06.2026 - 19:12:45 | boerse-global.de
Zentrale Kundgebung war am Vormittag am Wittenbergplatz. Damit erhöht die Gewerkschaft den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen.
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Forderungen: Sieben Prozent mehr Lohn
Verdi verlangt eine Erhöhung der Entgelte um sieben Prozent â mindestens jedoch 222 Euro pro Monat. ZusĂ€tzlich soll der Mindeststundenlohn auf 14,90 Euro steigen. FĂŒr Azubis fordert die Gewerkschaft 150 Euro mehr VergĂŒtung. Die angestrebte Laufzeit des Tarifvertrags: zwölf Monate.
Bereits zuvor hatte es Warnstreiks im GroĂhandel in Berlin und Brandenburg gegeben. Die Verhandlungen fĂŒr beide Branchen sollen am Dienstag fortgesetzt werden.
Bundesweite Streikwelle erfasst auch Ikea
Am Freitag kam es zu einer groĂflĂ€chigen Streikwelle. Nach Verdi-Angaben waren bundesweit 31 Ikea-Filialen betroffen. Insgesamt beteiligten sich ĂŒber 8.000 BeschĂ€ftigte an den Protesten. Auch Kaufland, Primark und H&M standen im Fokus.
In Niedersachsen und Bremen legten BeschĂ€ftigte in SupermĂ€rkten, TextilgeschĂ€ften und im Kaufland-Logistikzentrum in Barsinghausen die Arbeit nieder. Im Saarland beteiligten sich ebenfalls BeschĂ€ftigte. Verdi kritisierte dort besonders die PlĂ€ne zum Stellenabbau bei Ikea â das Unternehmen hatte 2024 MilliardenumsĂ€tze verzeichnet.
Arbeitgeber bieten deutlich weniger
Die Arbeitgeberseite liegt mit ihren Angeboten weit unter den Forderungen. Vorgesehen ist eine gestaffelte Erhöhung: zwei Prozent ab November 2026, weitere 1,5 Prozent ab August 2027. Die Laufzeit soll 24 Monate betragen.
Branchenvertreter verweisen auf die schwierige wirtschaftliche Lage. KonsumzurĂŒckhaltung und hoher Preisdruck belasten den Handel. Ikea teilte mit, dass trotz der Streiks alle 54 Filialen geöffnet blieben. Die Auswirkungen seien gering gewesen. In mehreren BundeslĂ€ndern â darunter das Saarland â sagten Arbeitgeber geplante Verhandlungstermine ab. Eine Einigung ist nicht in Sicht.
Auch NGG und Zalando im Tarifkonflikt
Parallel zu den Handelsstreiks verschĂ€rfen sich Konflikte in anderen Branchen. Am Sonntag rief die Gewerkschaft NGG die BeschĂ€ftigten des SĂŒĂwarenherstellers Storck in Halle (Westf.) zum Warnstreik auf. Gefordert werden 5,8 Prozent mehr Entgelt. Auch hier bieten die Arbeitgeber ein gestaffeltes Modell ĂŒber 24 Monate.
In Erfurt scheiterten am Samstag die Verhandlungen ĂŒber einen Sozialplan fĂŒr das Zalando-Logistikzentrum. Der Betriebsrat wies das Angebot als unangemessen zurĂŒck. Die geplante SchlieĂung des Standorts zum 30. September gefĂ€hrdet rund 2.000 ArbeitsplĂ€tze. Eine Einigungsstelle unter Leitung eines ehemaligen Arbeitsrichters soll ab Montag eine Lösung finden.
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