Osnabrück, Mitarbeiter

VW Osnabrück: 2.300 Mitarbeiter in Vier-Tage-Woche

18.06.2026 - 02:10:07 | boerse-global.de

Volkswagen fährt die Fertigung des T-Roc Cabrio in Osnabrück zurück. Die Belegschaft trifft eine Vier-Tage-Woche, während die Zukunft des Standorts ungewiss bleibt.

VW drosselt T-Roc Cabrio-Produktion: Kurzarbeit in Osnabrück
Osnabrück - Eine dunkle Fabrikhalle mit einer Produktionslinie für Autos, auf der wenige Arbeiter besorgt schauen. Die Szene vermittelt Unsicherheit. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am Standort Osnabrück wird die Produktion massiv heruntergefahren – samt verlängertem Werksurlaub und einer Umstellung auf Vier-Tage-Woche. Rund 2.000 bis 2.300 Mitarbeiter sind betroffen.

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Vom Band zur Kurzarbeit

Der Werksurlaub im August wird um eine Woche verlängert. Danach läuft die Produktion nicht wie gewohnt weiter: Volkswagen plant zusätzliche produktionsfreie Tage ein. Das Ergebnis ist faktisch eine Vier-Tage-Woche.

Als Grund nennt der Konzern die saisonal sinkende und insgesamt schwächere Nachfrage nach dem T-Roc Cabrio. Der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Placke sagte, die Entscheidung treffe die Belegschaft sehr. Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter geht die Arbeit am Standort absehbar zur Neige. Schon ein Jahr vor dem geplanten Produktionsende des Cabrios werden die Beschäftigten nun in die verkürzte Arbeitswoche gezwungen.

Letztes Modell vor dem Aus

Die wirtschaftliche Lage des Werks ist prekär. Ende 2025 war die Fertigung von Porsche-Modellen ausgelaufen. Das T-Roc Cabrio ist das letzte verbliebene Fahrzeug, das in Osnabrück vom Band läuft. Nach aktueller Planung soll die Produktion im Spätsommer 2027 enden.

Ein Nachfolgemodell steht nicht fest. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies fordert deshalb mehr Klarheit für die Beschäftigten. Es müssten zeitnah belastbare Perspektiven geschaffen werden, um den Standort über 2027 hinaus zu sichern.

Die Unsicherheit zeigte sich auch am Aktienmarkt: Die VW-Vorzugsaktie fiel am 17. Juni um rund 2,1 Prozent auf 86,54 Euro.

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Rüstung als Rettungsanker?

Um die drohende Stilllegung abzuwenden, sucht Volkswagen nach Alternativen für die Fabrikhallen. Ein Schwerpunkt liegt auf Gesprächen mit Unternehmen der Verteidigungsbranche. Unter anderem verhandelt der Konzern mit dem Rüstungshersteller Rafael, bekannt für das Raketenabwehrsystem Iron Dome.

Bereits im März hatte Rheinmetall Verhandlungen über eine mögliche Nutzung des Standorts beendet. Volkswagen strebt jedoch weiterhin eine industrielle Weiternutzung an. Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Werks und mögliche Partnerschaften wird bis Jahresende erwartet.

Dividende trotz Gewinneinbruch

Parallel zur Krise in Osnabrück steht der Konzern wegen seiner Finanzstrategie in der Kritik. Trotz eines deutlichen Gewinneinbruchs hält Volkswagen an der geplanten Dividende von 2,6 Milliarden Euro fest. Angesichts der angekündigten Sparmaßnahmen an deutschen Standorten sorgt das für Unmut.

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