Iran, USA

Reederverband: Waffenruhe ist wichtiges Signal fĂŒr Seeleute

08.04.2026 - 10:45:06 | dpa.de

Wegen des Irankriegs sitzen Tausende Seeleute im Persischen Golf fest. Nach der Waffenruhe prĂŒfen deutsche Reeder, die Straße von Hormus zu durchfahren. Die Lage ist laut Verband aber weiter unklar.

Der Schiffsverkehr ist in der Straße von Hormus wĂ€hrend des Krieges weitgehend zum Erliegen gekommen. (Archivbild) - Foto: Altaf Qadri/AP/dpa

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat die zweiwöchige Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA als wichtiges Signal fĂŒr die im Golf festsitzenden Seeleute bezeichnet. Die Lage bleibe aber angespannt, solange Details nicht vorlĂ€gen und Sicherheit nicht gewĂ€hrleistet sei, sagte der Sprecher des VDR aus Hamburg auf Anfrage. 

Nach Angaben des VDR sitzen seit Ausbruch des Kriegs Ende Februar mehr als 2.000 Handelsschiffe mit rund 20.000 Seeleuten im Persischen Golf fest. Darunter seien mindestens 50 Schiffe deutscher Reedereien. 

Auch der GeneralsekretĂ€r der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO), Arsenio Dominguez, begrĂŒĂŸte «im Interesse der Gesundheit und des Wohlergehens der Seeleute sowie der weltweiten Schifffahrtsindustrie» den Waffenstillstand. Er arbeite mit den zustĂ€ndigen Parteien zusammen, um einen geeigneten Mechanismus zur GewĂ€hrleistung der sicheren Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus einzurichten, sagte Dominguez. 

Die Einigung zwischen dem Iran und den USA sieht eine Öffnung der Straße von Hormus vor, die den Golf mit internationalen Schifffahrtsrouten verbindet. Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in einer ErklĂ€rung, der Schiffsverkehr in der fĂŒr den Ölhandel wichtigen Meerenge werde wieder ermöglicht.

Reedereien prĂŒfen Durchfahrt 

Deutsche Reedereien prĂŒfen nach Kenntnis des VDR fortlaufend, ob eine Durchfahrt der Straße von Hormus möglich sei. «Angesichts der weiterhin unklaren Lage und fehlender verlĂ€sslicher Sicherheitsgarantien ist jedoch davon auszugehen, dass mögliche Durchfahrten sehr sorgfĂ€ltig abgewogen werden.»

Der internationale Schifffahrtsverband Bimco mit Sitz in DĂ€nemark riet Reedereien zunĂ€chst davon ab, die Straße von Hormus zu durchfahren, ohne sich vorab mit dem Iran und den USA abzustimmen. 

Deutschlands grĂ¶ĂŸte Containerreederei Hapag-Lloyd aus Hamburg hat nach eigenen Angaben sechs Schiffe im Persischen Golf liegen. «Wir sehen aufgrund unserer aktuellen RisikoeinschĂ€tzung weiterhin von einer Durchfahrt durch die Meerenge ab», teilte ein Unternehmenssprecher mit. Sobald eine sichere Passage wieder möglich sei, sollen die Schiffe die Region verlassen. 

Im Golf befinden sich derzeit auch zehn Schiffe der dĂ€nischen Containerreederei Maersk, die nach Transportmenge die weltweit zweitgrĂ¶ĂŸte ist. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Reederei prĂŒfe die Auswirkungen der Einigung. Diese biete noch keine vollstĂ€ndige Sicherheit fĂŒr den Seeverkehr. 

Die LĂŒbecker Massengutreederei Oldendorff Carriers teilte mit, Optionen im Einklang mit internationalen Regeln zu prĂŒfen. Um die Crews nicht zu gefĂ€hrden, könne die Reederei keine Details zu PlĂ€nen nennen. 

Der Hamburger Kreuzfahrtanbieter Tui Cruises unterhĂ€lt eine Rumpfbesatzung auf den zwei Schiffen der Reederei, die im Golf festsitzen, wie der Unternehmenssprecher sagte. Es werde geprĂŒft, die Schiffe aus der Region herauszufĂŒhren. 

Das Kreuzfahrtunternehmen MSC Cruises aus MĂŒnchen wollte sich auf Anfrage nicht Ă€ußern. Ein Schiff der Reederei sitzt im Golf fest.

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