Studie, Arbeitnehmern

Studie: Zwei von drei Arbeitnehmern gehen krank zum Job

03.02.2025 - 12:10:28 | dts-nachrichtenagentur.de

Zwei von drei Arbeitnehmern in Deutschland arbeiten auch dann, wenn sie krank sind.

BĂŒros (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) unter 7.000 Befragten, ĂŒber welche die "SĂŒddeutsche Zeitung" berichtet. 63 Prozent gaben demnach an, im vergangenen Jahr trotz einer Erkrankung mindestens einen Tag lang gearbeitet zu haben. 44 Prozent sagten, sie hĂ€tten sogar eine Woche oder lĂ€nger krank gearbeitet.

Dem DGB zufolge hat damit der sogenannte PrĂ€sentismus - das PhĂ€nomen, wenn BeschĂ€ftigte trotz Krankheit arbeiten - in den vergangenen drei Jahren stark zugenommen. 2021, auf dem Höhepunkt der Corona-Pandemie, hatten nur 48 Prozent der Befragten angegeben, mindestens einen Tag krank bei der Arbeit gewesen zu sein. Dem DGB zufolge gehen BeschĂ€ftigte in eher prekĂ€ren ArbeitsverhĂ€ltnissen besonders hĂ€ufig krank zur Arbeit. Das gilt etwa fĂŒr ReinigungskrĂ€fte: 77 Prozent von ihnen geben an, im vergangenen Jahr mindestens einen Tag trotz Erkrankung gearbeitet zu haben; 57 Prozent von ihnen eine Woche oder lĂ€nger. Höhere Werte finden sich auch in Branchen, die von Personalmangel gekennzeichnet sind, etwa bei Erziehern und Lehrern, wo 76 Prozent im Jahr 2024 zeitweise krank arbeiteten, oder in Gesundheitsberufen, wo es 69 Prozent waren. Auch bei den BeschĂ€ftigten am Bau lag die Zahl derer, die krank zur Arbeit gingen, mit 65 Prozent ĂŒber dem Durchschnitt. UnabhĂ€ngig von der Branche erhöhen dem DGB zufolge schlechte Arbeitsbedingungen die Wahrscheinlichkeit, trotz Krankheit dem Job nachzugehen. Menschen etwa, die sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, gehen in großer Zahl auch krank zur Arbeit. In der Untersuchung bejahen dies 82 Prozent. Unter denjenigen, die sagen, bei ihrem Arbeitgeber herrsche eine "schlechte Betriebskultur", sind es 81 Prozent. Außerdem arbeiten 79 Prozent derjenigen zeitweise krank, die das GefĂŒhl haben, ihre Arbeitslast habe im vergangenen Jahr sehr stark zugenommen. Aus Sicht von DGB-Chefin Yasmin Fahimi zeigen die Zahlen, "dass die Debatte um die angeblich so faulen und stĂ€ndig krankfeiernden Arbeitnehmer nichts anderes ist als ein Angriff auf die hart erkĂ€mpften Errungenschaften der BeschĂ€ftigten". Die Diskussion sei "ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen, die sich etwa aus Angst vor Arbeitsplatzverlust trotz Krankheit zur Arbeit schleppen". Fahimi warnt, krank zu arbeiten, schade nicht nur der eigenen Gesundheit, sondern gefĂ€hrde auch die Kollegen. "Deshalb ist PrĂ€sentismus auch wirtschaftlich schĂ€dlich." Im Januar hatte Allianz-Chef Oliver BĂ€te angesichts des hohen Krankenstands in Deutschland vorgeschlagen, den bis Anfang der 1970er-Jahre geltenden Karenztag wieder einzufĂŒhren. Arbeitnehmer sollten demnach fĂŒr den ersten Tag ihrer Krankmeldung keinen Lohn mehr erhalten.

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