Alzheimer-Früherkennung: Bluttest sagt kognitiven Abbau mit 78% Sicherheit voraus
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 10:40 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Bis zu 88 Prozent der Kandidaten fallen bei den ersten Screenings durch – das verzögert die Entwicklung neuer Therapien und treibt die Kosten in die Höhe. Jetzt zeigen auf der Jahrestagung der Alzheimer's Association (AAIC) präsentierte Daten, wie digitale Tests und Biomarker-Analysen den Prozess effizienter machen könnten.
Zweiminütiger Tablet-Test überzeugt in Studien
Im Fokus steht eine digitale Aufgabe namens „Symbol Swap“ von Cumulus Neuroscience. Die zweiminütige, tabletbasierte Anwendung lief auf der NeuLogiq-Plattform. In drei unabhängigen Studien – CNS-101, Fastball i4i und BioHermes-002 – untersuchten Forscher, ob dieser Kurztest etablierte klinische Verfahren ergänzen oder sogar ersetzen kann.
Die Ergebnisse sind vielversprechend. Der digitale Test erreicht oder übertrifft die Genauigkeit herkömmlicher Verfahren wie ADAS-Cog, MoCA und MMSE bei der Unterscheidung zwischen gesunden Kontrollen, Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen (MCI) und Alzheimer-Demenz. Besonders spannend: Die Aufgabe erkannte eine pTau-217-Pathologie bereits bei Personen, die klinisch noch unauffällig erschienen. Damit könnte der Test als Filter dienen, um die Auswahl für aufwendigere Plasmabiomarker-Tests zu verbessern.
Bluttest sagt kognitiven Abbau voraus
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Parallel zu den digitalen Tests rücken hochsensitive Bluttests in den Fokus. Eine aktuell im Fachjournal JAMA veröffentlichte und auf der AAIC vorgestellte Studie analysierte die Aussagekraft von p-tau217-Werten bei symptomfreien älteren Menschen. Rund 2.700 Personen mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren nahmen teil.
Die Prognosekraft ist beachtlich: Bei Probanden mit sehr hohen p-tau217-Werten lag das Risiko bei etwa 78 Prozent, innerhalb von zehn Jahren kognitive Beeinträchtigungen zu entwickeln. Bei moderat erhöhten Werten waren es rund 45 Prozent. Fachleute betonen, dass diese Bluttests Informationen liefern, die über herkömmliche Hirnscans oder genetische Tests hinausgehen.
Weniger Durchfaller, effizientere Studien
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Die Kombination aus digitalen Kurztests und Biomarker-Analysen könnte die Rekrutierung grundlegend verändern. Aktuell liegen die Screen-Failure-Raten in prodromalen Alzheimer-Studien bei bis zu 78 Prozent. Das bedeutet: Von zehn rekrutierten Kandidaten fallen acht durch die erste Prüfung.
Digitale Endpunkte, die mehrere kognitive Domänen abdecken, könnten hier Abhilfe schaffen. Daten aus der Studie CNS-101 zeigen eine gute Toleranz und hohe Sensitivität der digitalen Messverfahren. Sie ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung der kognitiven Funktion – ein klarer Vorteil gegenüber herkömmlichen punktuellen Untersuchungen. Das Ziel: die Rekrutierung beschleunigen und sicherstellen, dass wirklich die Probanden in die Studien aufgenommen werden, die die benötigte Pathologie aufweisen.
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