Anden-Kräutertee: Studie sieht geringes Risiko durch Schwermetalle
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die traditionelle Nutzung von Heilpflanzen besitzt im peruanischen Andenraum einen hohen Stellenwert. Gleichzeitig werfen Umweltbedingungen in Bergbauregionen immer wieder Fragen zur Reinheit pflanzlicher Erzeugnisse auf. Eine im Fachjournal Heliyon veröffentlichte Screening-Studie aus dem Jahr 2026 liefert nun eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme für das Mantaro-Becken in Peru.
Die Untersuchung von fünf Heilpflanzenarten auf sechs toxische Elemente kommt zu dem Ergebnis, dass der Konsum lokaler Kräutertees wie Kamille oder Eukalyptus für Verbraucher nur ein geringes gesundheitliches Risiko durch Schwermetallbelastungen birgt.
Probenentnahme und gemessene Elementkonzentrationen
Für die Erhebung wurden in der Trockensaison 2023 insgesamt 90 Proben in den Ortschaften Chupuro und Pucará gesammelt. Die Entnahmestellen befanden sich in einer Höhenlage zwischen 3.270 und 3.350 Metern. Die Analyse erfasste die Konzentrationen verschiedener Spurenelemente und Schwermetalle in den getrockneten Pflanzenteilen.
Bei den Untersuchungen traten artspezifische Unterschiede bei den Höchstwerten zutage. Bei Eukalyptus wurden in Pucará Spitzenwerte von 11,99 mg/kg Zink sowie 5,27 mg/kg Kupfer nachgewiesen. Proben derselben Pflanze aus Chupuro erreichten zudem einen Chromwert von 0,98 mg/kg. Bei der andinen Muña-Minze lagen die ermittelten Höchstwerte bei 0,30 mg/kg Arsen in Pucará sowie 0,49 mg/kg Blei in Chupuro.
Trotz des Vorkommens dieser Elemente bewegen sich die Messergebnisse auf einem toxikologisch unkritischen Niveau. Sämtliche in den Pflanzen festgestellten Werte unterschreiten die offiziellen Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese Vorgaben sehen für Arsen eine Schwelle von 1,00 mg/kg und für Blei von 10,00 mg/kg vor.
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Toxikologische Risikobewertung und Schwellenwerte
Über den reinen Abgleich mit Grenzwerten hinaus modellierten die Forschenden die gesundheitlichen Risiken einer langfristigen Aufnahme. Als Berechnungsgrundlage diente dabei ein konservatives Konsumszenario, das von einer täglichen Aufnahme von 500 ml Kräutertee an 350 Tagen pro Jahr über einen Zeitraum von 30 Jahren bei einem durchschnittlichen Körpergewicht von 60 kg ausgeht.
Unter diesen Annahmen blieb die nicht krebserregende Gefährdung in allen Fällen deutlich unter den Richtwerten. Der sogenannte Hazard Index erreichte als Maximalwert lediglich 4,07×10?³, gemessen bei Muña-Minze aus Pucará. Ein Wert unterhalb von 1 gilt im toxikologischen Standard als Hinweis auf ein vernachlässigbares Risiko für chronische Gesundheitsschäden.
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Auch das potenzielle Krebsrisiko wurde im Rahmen der Modellrechnung quantifiziert. Die ermittelten Werte bewegten sich zwischen 5,49×10?? und 1,14×10??. Lediglich für Eukalyptus aus Chupuro lag das rechnerische Risiko knapp über der international gebräuchlichen Schwelle von 1:1 Mio., während die übrigen Pflanzenarten darunter blieben.
Zusammengenommen belegen die Daten der Screening-Studie, dass die Belastung traditioneller Aufgussgetränke aus der Mantaro-Region trotz vereinzelter Elementanreicherungen kein akutes Gesundheitsrisiko darstellt.

