Angstbehandlung, Achtsamkeit

Angstbehandlung: Achtsamkeit und Biofeedback senken Werte in zehn Tagen

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bei 94 Patienten gingen Angstwerte mit Achtsamkeit und Biofeedback stärker zurück als bei alleiniger medikamentöser Behandlung.

Sechenov-Pilotstudie: Achtsamkeit und Biofeedback bei Angststörungen
Ein minimalistischer, ruhiger Therapieraum mit sanftem Tageslicht und einem schlichten Stuhl vor einer leeren Wand. Illustration mit AI erstellt.

In der klinischen Psychologie gewinnen ergänzende therapeutische Ansätze zur Behandlung von Angstsymptomen zunehmend an Relevanz. Ein Pilotversuch an der Sechenov-Universität, über den Ende September 2026 berichtet wurde, untersuchte in diesem Kontext die Wirksamkeit einer Kombination aus Achtsamkeitspraktiken und Biofeedback-Verfahren (???).

Die Untersuchung konzentrierte sich darauf, in welchem Maße diese Methoden innerhalb eines kurzen Zeitraums zur Linderung von Angstzuständen beitragen können.

Methodik und Aufbau der Pilotstudie

An dem Forschungsprojekt nahmen insgesamt 94 Patienten teil, die unter Angststörungen litten. Das Ziel der Forscher war es, die Effekte einer zehntägigen Intensivbehandlung zu evaluieren. Hierfür wurden die Probanden in drei verschiedene Untersuchungsgruppen unterteilt, um die unterschiedlichen Therapieansätze vergleichen zu können.

Die erste Gruppe erhielt ausschließlich eine Kombination aus Achtsamkeitstraining und Biofeedback-Sitzungen. In der zweiten Gruppe wurde dieser Ansatz zusätzlich mit einer medikamentösen Therapie kombiniert.

Die dritte Gruppe diente als Vergleichsgruppe und wurde ausschließlich mit herkömmlichen Medikamenten behandelt. Das Biofeedback-Verfahren wurde dabei eingesetzt, um physiologische Prozesse sichtbar zu machen und den Patienten eine bessere Selbstregulation ihrer Angstreaktionen zu ermöglichen.

Ergebnisse der kurz- und mittelfristigen Behandlung

Die Auswertung der Daten erfolgte unter anderem mithilfe der Hamilton-Angstskala (HAM-A), einem klinischen Standardinstrument zur Einschätzung der Schwere von Angstsymptomen. Unmittelbar nach Abschluss der zehntägigen Behandlungsphase zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Gruppen.

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In der Gruppe, die Achtsamkeit und Biofeedback praktizierte, lag der durchschnittliche Wert auf der Hamilton-Skala bei 14,6 Punkten. Patienten, die die Kombination aus diesen Praktiken und Medikamenten erhielten, verzeichneten einen Wert von 15,9. Im Gegensatz dazu lag der Wert in der Gruppe, die lediglich medikamentös behandelt wurde, mit 21,2 Punkten signifikant höher, was auf eine geringere unmittelbare Reduktion der Angstsymptomatik hindeutet.

Auch die langfristige Beobachtung über einen Zeitraum von einem Monat lieferte weitere Erkenntnisse. Nach vier Wochen lag der Angstwerten bei der Kombinationsgruppe (Achtsamkeit, Biofeedback und Medikamente) bei 13,4 Punkten. In der Vergleichsgruppe, die ausschließlich Medikamente erhielt, wurde zu diesem Zeitpunkt ein Wert von 20,1 gemessen.

Entwicklung der Achtsamkeitswerte

Neben der Reduktion der Angst wurde auch die Entwicklung der Achtsamkeit selbst dokumentiert. Die entsprechenden Werte stiegen in der Gruppe mit Achtsamkeit und Biofeedback von anfänglich 118 auf 141 Punkte an. In der Kombinationsgruppe, die zusätzlich Medikamente einnahm, war ebenfalls ein Anstieg von 109 auf 126 Punkte zu verzeichnen.

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Ein gegenteiliger Trend zeigte sich bei den Patienten, die ausschließlich medikamentös behandelt wurden: Hier sanken die Achtsamkeitswerte im Untersuchungszeitraum von 119 auf 111 Punkte.

Trotz der positiven Tendenzen bei der Reduktion der Hamilton-Werte betonten die beteiligten Forscher die Grenzen der Untersuchung. Die Beobachtung erfolgte lediglich über einen Zeitraum von einem Monat.

Die Ergebnisse der Pilotstudie belegen laut den Berichten zudem nicht, dass die untersuchten Praktiken einen universellen Ersatz für eine medikamentöse Therapie darstellen können. Sie liefern jedoch wichtige Daten für die potenzielle Integration komplementärer Methoden in bestehende Behandlungskonzepte.

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