Apothekenreform, Cholesterin-Tests

Apothekenreform Juni: Cholesterin-Tests jetzt ohne Arzttermin

14.06.2026 - 08:34:00 | boerse-global.de

Erhöhte Blutfettwerte verursachten 2024 laut Studie volkswirtschaftliche Schäden von 17,3 Milliarden Euro. Neue Diagnose- und Therapieansätze sollen helfen.

Hohe Cholesterinwerte: 17,3 Milliarden Euro Kosten für die Gesellschaft
Apothekenreform - Ein medizinisches Diagramm, das Cholesterinwerte und Finanzdaten überlagert, symbolisiert die wirtschaftliche Bedeutung der Blutfettwerte. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein neuer Bericht beziffert die Kosten für das Jahr 2024 auf 17,3 Milliarden Euro.

Die Analyse des Beratungsinstituts OHE London im Auftrag von MSD zeigt: Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch erhöhtes LDL-Cholesterin verursachen rund ein Drittel der Gesamtkosten in diesem Bereich. Die Gesamtbelastung durch atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt bei 50,6 Milliarden Euro.

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Knapp 22 Milliarden Euro entfallen auf direkte Gesundheitsausgaben – das sind rund 6,1 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben. Die indirekten Kosten durch Produktionsausfälle belaufen sich auf 28,7 Milliarden Euro. Pro Patient schlagen im Schnitt 2.200 Euro pro Jahr zu Buche.

Welche Werte sind gefährlich?

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) empfiehlt regelmäßige Bluttests. Für gesunde Erwachsene gilt ein LDL-Zielwert von unter 116 mg/dl. Bei hohem Risiko streben Ärzte Werte unter 40 mg/dl an.

Immer wichtiger wird die Bestimmung von Lipoprotein(a). Dieser Wert ist genetisch festgelegt und sollte laut Internist Helmut Brath mindestens einmal im Leben gemessen werden. Jeder fünfte Österreicher hat erhöhte Werte.

Ab 50 mg/dl beziehungsweise 105 nmol/l steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse massiv. Der entscheidende Unterschied: LDL-Werte lassen sich durch Ernährung und Bewegung senken. Lipoprotein(a) bleibt davon weitgehend unbeeinflusst.

Gentests und moderne Bildgebung

Die Czech Society for Atherosclerosis empfahl bereits 2020, Gentests auf familiäre Hypercholesterinämie (FH) zum Standard zu machen. Im Fokus stehen Mutationen in den Genen LDLR, APOB und PCSK9. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht schnellere Therapien und ein effektiveres Screening von Verwandten.

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) lieferten im November 2025 neue Erkenntnisse aus der Bildgebung. Mittels CXCR4-PET/CT untersuchten sie Entzündungsreaktionen nach Herzinfarkten. Die Hochregulation bestimmter Marker geht über die unmittelbare Infarktregion hinaus. Die Methode erlaubt laut Studienautoren präzisere Prognosen für den Umbau der linken Herzkammer – und damit personalisierte Behandlungsstrategien.

Apotheken als neue Anlaufstelle

Eine im Juni 2026 vom Bundesrat verabschiedete Apothekenreform soll den Zugang zur Vorsorge erleichtern. Apotheken dürfen künftig verstärkt Tests und Blutabnahmen anbieten. Das senkt die Hürden für regelmäßige Cholesterin-Checks.

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Vorsicht bei Kaffee und Bluthochdruck

Neben Medikamenten bleibt der Lebensstil entscheidend. Kardiologen weisen auf die Wirkung von Koffein hin: Für Gesunde gelten bis zu 400 mg pro Tag als unbedenklich. Patienten mit starkem Bluthochdruck sollten jedoch vorsichtig sein.

Eine japanische Studie zeigt: Zwei oder mehr Tassen Kaffee täglich können bei schwerem Bluthochdruck das Risiko für einen Herztod verdoppeln. Empfohlen wird maximal ein bis drei Tassen, da Kaffee den Blutdruck kurzfristig um 10 bis 20 mmHg steigern kann.

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