Apple-Chips vs. Nvidia: M2-Ultra schafft nur 31,6 statt 1.300 TOPS
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 22:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der iPhone-Konzern will seine Abhängigkeit von externen Hardware-Lieferanten reduzieren und sucht nach Übernahmekandidaten im Bereich KI-Halbleiter.
Wie aus informierten Kreisen zu hören ist, hat Apple bereits Gespräche mit mehreren Startups geführt und Kontakt zu Investmentbanken aufgenommen. Hintergrund sind offenbar Leistungsengpässe in der aktuellen KI-Infrastruktur des Konzerns.
Server-Prozessoren stoßen an ihre Grenzen
Apples hauseigene Server-Chips kommen bei rechenintensiven KI-Modellen an ihre Leistungsgrenze. Die aktuell eingesetzten M2-Ultra-Prozessoren liefern rund 31,6 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) – zum Vergleich: Eine Nvidia RTX 4090 schafft über 1.300 TOPS. Das ist mehr als das Vierzigfache.
Um die Lücke zu schließen, mietet Apple derzeit Nvidia-Grafikprozessoren in der Google Cloud an. Diese externen Kapazitäten werden unter anderem für die geplante Neuausrichtung des Sprachassistenten Siri sowie für Googles Gemini-Modelle benötigt.
Die Verzögerungen im eigenen Hardware-Fahrplan verschärfen die Situation zusätzlich. Der nächste große Wurf, der Server-Chip mit dem Codenamen „Baltra“, wird frühestens 2027 erwartet. Noch leistungsfähigere Varianten wie der M7 Ultra, der mit Nvidia-Spitzenhardware konkurrieren soll, sind nicht vor 2029 zu erwarten.
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Milliarden-Reserven für Übernahmen
Apple bereitet sich offenbar auf eine Phase aggressiverer Zukäufe vor. Bereits im Januar 2026 übernahm der Konzern das KI-Unternehmen Q.ai für umgerechnet rund 1,9 Milliarden Euro. Finanzvorstand Kevan Parekh hatte zuvor signalisiert, dass Apple seine Politik der „Netto-Cash-Neutralität“ aufgeben werde – eine Strategie, die bislang darauf abzielte, überschüssige Barmittel vollständig an die Aktionäre auszuschütten.
Mit einer Barreserve von umgerechnet rund 42 Milliarden Euro (Stand: Ende März 2026) verfügt der Konzern über erheblichen finanziellen Spielraum für Übernahmen im Halbleiterbereich. Branchenkenner verweisen auf die Übernahme von PA Semi im Jahr 2008 für damals 278 Millionen Euro – ein Deal, der als Grundstein für die heutige Apple-Silicon-Ära gilt.
Die strategische Neuausrichtung fällt mit einem Führungswechsel zusammen: Hardware-Chef John Ternus soll im September 2026 Tim Cook als CEO ablösen.
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Partnerschaften bleiben bestehen
Trotz der Bestrebungen, mehr KI-Chip-Entwicklung ins Haus zu holen, hält Apple an langjährigen Partnerschaften fest. Erst Anfang des Jahres wurde die Zusammenarbeit mit Broadcom bis 2031 verlängert. Der Vertrag hat ein geschätztes Volumen von umgerechnet rund 28 Milliarden Euro.
Mit den geplanten Zukäufen will Apple offenbar das Erfolgsmodell seiner Verbraucher-Prozessoren auf die Rechenzentren übertragen. Erste Vorgespräche mit Unternehmen wie PrismML sollen bereits stattgefunden haben – auf der Suche nach spezialisierten Talenten und geistigem Eigentum für die nächste Generation der KI-Infrastruktur.
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