Windows, Backup-Funktion

Windows 11 26H2: Backup-Funktion setzt Browser ohne Zustimmung zurück

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 22:45 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mozilla wirft Microsoft aggressive Werbemethoden für Edge vor. Der Bericht zeigt deutliche regionale Unterschiede, die durch den DMA in Europa gemildert werden.

Mozilla-Studie: Microsofts unfaire Edge-Werbung in der Kritik
Eine schattenhafte Hand greift nach einem fragmentierten Browser-Symbol, das betrügerisches Design und Manipulation der Nutzerwahl symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Browser-Anbieter Mozilla hat einen neuen Bericht veröffentlicht, der Microsoft aggressive Manipulationstechniken vorwirft. Die Studie „Over The Edge 2.0“ zeigt: Während Europa von den unlauteren Methoden weitgehend verschont bleibt, greifen die Tricks in anderen Märkten weiterhin.

Regionale Ungleichbehandlung bei Werbepraktiken

Die von den Forschern Harry Brignull und Cennydd Bowles erstellte Analyse deckt mehrere Techniken auf, die Verbraucher zum Wechsel zum Edge-Browser drängen sollen. Dazu gehören irreführende Formulierungen, wiederholte Aufforderungen und das feste Anheften von Edge an die Windows-Taskleiste. Besonders kritisch: Die KI-Assistentin Copilot und die Windows Widgets ignorieren offenbar die vom Nutzer eingestellten Standard-Browser und öffnen Links grundsätzlich in Edge.

Die regionalen Unterschiede sind eklatant. In der Europäischen Union hat der Digital Markets Act (DMA) Wirkung gezeigt. In Deutschland etwa wurden Werbebanner für die Bing-Suche und bestimmte Einrichtungshinweise entfernt. Ganz anders sieht es in den USA und Indien aus: Dort begegnen Nutzern weiterhin vorab ausgewählte Datenfreigabe-Optionen und Banner auf der Chrome-Download-Seite, die von alternativen Browsern abraten.

Ein besonderes Problem sieht Mozilla in Indien. Dort nutzen Daten zufolge im ersten Quartal 2026 noch 43 Prozent der Windows-Anwender das veraltete Windows 10. Der Bericht fordert, die fairen Designstandards nicht nur Europa vorzubehalten, sondern weltweit durchzusetzen.

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Gefahr beim Wechsel zu Windows 11

Mozilla warnt zudem vor einer heimtückischen Falle im neuen Update Windows 11 26H2. Die standardmäßig aktivierte Windows Backup-Funktion soll beim Umstieg von Windows 10 auf Windows 11 die Browser-Einstellungen der Nutzer nicht korrekt übernehmen. Stattdessen setzt das System den Standard-Browser stillschweigend auf Edge zurück – ohne explizite Zustimmung des Anwenders.

Diese Praxis könnte potenziell über eine Milliarde PCs betreffen, die auf das neuere Betriebssystem umsteigen. Die Forscher sehen darin einen klassischen Fall von Obstruktion: Das System erschwert es technisch, die eigenen Software-Präferenzen beizubehalten.

Druck aus der Branche wächst

Der Mozilla-Bericht ist nicht der erste Vorstoß gegen Microsofts Browser-Praktiken. Bereits im Juni 2026 hatte die Browser Choice Alliance – ein Zusammenschluss unter anderem von Google und Opera – einen offenen Brief an Microsoft-CEO Satya Nadella geschickt. Darin werfen die Unternehmen Microsoft wettbewerbswidriges Verhalten vor.

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Interessant: Während Microsoft in der Browser-Frage unter Beschuss steht, testet der Konzern gleichzeitig Änderungen an anderen Teilen der Windows-Oberfläche. Seit Juli 2026 wird im Insider Experimental Channel eine überarbeitete Windows-Suche getestet. Die Neugestaltung soll Werbung und Werbe-Unordnung entfernen, lokale Dateiergebnisse priorisieren und Tippfehler tolerieren. Ein globaler Rollout ist für Ende 2026 geplant.

Die Entwicklung reiht sich ein in eine wachsende regulatorische Aufmerksamkeit für Voreinstellungen und Verbraucherwahl. Erst am 14. Juli 2026 eröffnete die Schweizer Wettbewerbsbehörde COMCO ein Vorverfahren gegen Google. Der Vorwurf: Google habe auf Android-Geräten in der Schweiz die Auswahlmöglichkeiten für Suchmaschinen entfernt.

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