Apple-Kartell, Entwickler

Apple-Kartell: 48 chinesische Entwickler fordern 5-Prozent-Provision

24.06.2026 - 20:25:52 | boerse-global.de

Chinesische App-Entwickler fordern niedrigere Provisionen und mehr Wettbewerb im iOS-Ökosystem. Die Beschwerde bei der Marktaufsicht SAMR zielt auf strukturelle Änderungen ab.

48 Entwickler verklagen Apple wegen App-Store-Gebühren in China
Apple-Kartell - A smartphone screen showing app icons and a Chinese yuan symbol, with a blurred city skyline in the background. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Beschwerde bei der chinesischen Marktaufsichtsbehörde SAMR vom Dienstag zielt auf die umstrittenen Provisionsstrukturen im App Store ab.

Streit um Provisionen und internationale Vergleichbarkeit

Im Mittelpunkt der Klage stehen Apples Gebührenpolitik in China. Erst im März 2026 senkte der Konzern die Standardprovision von 30 auf 25 Prozent. Für kleinere Entwickler und bestimmte Abo-Modelle fiel der Satz von 15 auf 12 Prozent. Doch die Beschwerdeführer sehen darin nur einen Tropfen auf den heißen Stein.

Sie werfen Apple vor, ein früheres Versprechen gebrochen zu haben: China sollte die niedrigsten Provisionssätze weltweit erhalten. Stattdessen fordern die Entwickler nun eine Obergrenze von maximal fünf Prozent. Als Belege nennen sie die Gebührenstrukturen in anderen Märkten.

In Brasilien liegen die Provisionssätze demnach zwischen 10 und 21 Prozent, ergänzt durch eine Bearbeitungsgebühr von fünf Prozent. In der EU operieren einige Entwickler mit Sätzen zwischen fünf und 13 Prozent, zuzüglich einer „Core Technology Fee“. Die chinesische Gruppe verlangt einen automatischen Angleichungsmechanismus, der die Gebühren in China stets auf international wettbewerbsfähigem Niveau hält.

Forderung nach Öffnung des iOS-Ökosystems

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Die Beschwerde geht weit über die reine Gebührenfrage hinaus. Die Entwickler fordern grundlegende strukturelle Veränderungen für das iOS-System in China. Konkret verlangen sie die Zulassung von Drittanbieter-App-Stores als Alternative zum offiziellen App Store.

Auch bei Zahlungsabwicklungen soll sich etwas bewegen. Die Gruppe drängt auf die Einführung externer Bezahlsysteme innerhalb der Apps sowie die Möglichkeit, Zahlungslinks außerhalb von Apples proprietärem System zu platzieren. Diese Forderungen spiegeln Zugeständnisse wider, die Apple nach regulatorischen Eingriffen in Japan und der EU bereits gemacht hat.

Lange Vorgeschichte rechtlicher Auseinandersetzungen

Der aktuelle Vorstoß ist kein Einzelfall. Bereits 2017, 2021 und zuletzt 2025 gab es ähnliche Kartellbeschwerden gegen Apple in China – ohne durchschlagenden Erfolg für die Entwickler. Eine Klage eines chinesischen Verbrauchers gegen den Technologieriesen wurde 2024 abgewiesen.

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Die finanziellen Dimensionen sind gewaltig: Der globale App Store erwirtschaftete 2024 rund 1,3 Billionen Euro Umsatz. Auf den chinesischen Markt entfielen davon umgerechnet rund 539 Milliarden Euro.

Der Druck auf Apple wächst auch international. Erst kürzlich verhängte die EU eine Strafe von 500 Millionen Euro wegen Verstößen gegen den Digital Markets Act. Die chinesische Marktaufsicht SAMR hatte bereits im Februar 2025 eine mögliche Untersuchung der App-Store-Praktiken angedeutet. Offizielle Stellungnahmen von Apple oder der Behörde zur aktuellen Beschwerde liegen bislang nicht vor.

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