Apple klagt gegen OpenAI: 400 Mitarbeiter und Geschäftsgeheimnisse
Veröffentlicht: 15.07.2026 um 17:58 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der KI-Konzern darf seinen Namen nicht als Marke für Software schützen lassen. Das Gericht sieht darin eine reine Beschreibung.
Das Gericht der Europäischen Union wies den Antrag von OpenAI auf Markenschutz für den Bereich Software und IT-Dienstleistungen zurück. Die Entscheidung vom heutigen Mittwoch bestätigt eine frühere Ablehnung durch das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO). Der Name „OPENAI“ beschreibe demnach lediglich die Art der Technologie und nicht die Herkunft eines Produkts. Ihm fehle die nötige Unterscheidungskraft.
Juristische Niederlage mit Folgen
Für OpenAI ist das Urteil ein herber Rückschlag für den Markenschutz in Europa. Der Konzern kann nun vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) Berufung einlegen. Ob er diesen Schritt gehen wird, ist noch offen. Die Entscheidung zeigt, wie schwer sich große Technologiefirmen mit der Markenregistrierung in der EU tun, wenn ihre Namen als zu allgemein oder beschreibend gelten.
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Neuer Streit mit Apple
Parallel zum europäischen Verfahren eskalierte der Konflikt mit Apple in den USA. OpenAI wies am Dienstag die Vorwürfe des Technologieriesen zurück, Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben. Apple hatte am 10. Juli Klage eingereicht und dem KI-Unternehmen vorgewworfen, systematisch Mitarbeiter abzuwerben, um an vertrauliche Hardware-Informationen zu gelangen.
Im Zentrum des Streits steht die Einstellung von über 400 ehemaligen Apple-Angestellten. Besonders brisant: Tang Tan, früher Hardware-Manager bei Apple, ist heute Chief Hardware Officer bei OpenAI. Apple sieht darin eine gezielte Strategie, um Wissen für die Entwicklung eigener KI-Hardware zu erlangen.
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Kommunikationspanne als Zündstoff
OpenAI wies die Anschuldigungen als unbegründet zurück. Das Unternehmen betonte, Apple habe keine Beweise vorgelegt. Zudem verteidigte es das Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit. Die Klage sei rechtlich nicht haltbar.
Die Vorgeschichte des Streits offenbart zudem ein kurioses Detail. Bereits im Februar 2026 hatte OpenAI versucht, auf erste Anfragen von Apple zu reagieren. Die Gespräche scheiterten jedoch, als ein Apple-Anwalt in einem offiziellen Schreiben zwei OpenAI-Mitarbeiter mit den Namen Wang und Chang verwechselte. Dieser Fehler beendete den Dialog und trieb die Eskalation voran.
Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Auseinandersetzungen um Fachkräfte und Geschäftsgeheimnisse zwischen den großen Tech-Konzernen ein. Der Wettbewerb um Spezialisten für KI-Hardware verschärft sich zusehends.
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