Arthrose-Risiko: Hochverarbeitete Lebensmittel erhöhen Knie-Arthrose um 29%
Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 13:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hochverarbeitete Lebensmittel stehen im Verdacht, das Risiko für Arthrose zu erhöhen. Eine prospektive Studie, veröffentlicht auf dovepress.com, untersuchte bei 13.122 Frauen mit entsprechenden Ernährungsdaten aus einer Basiskohorte von 34.322 Teilnehmerinnen den Zusammenhang zwischen dem Konsum hochverarbeiteter Lebensmittel (Ultra-Processed Food, UPF) und Arthrose.
Das Ergebnis: Ein höherer UPF-Konsum war mit einem erhöhten Arthrose-Risiko assoziiert. Für Arthrose insgesamt ergab sich eine Hazard Ratio von 1,070 (95-%-Konfidenzintervall 1,023–1,120, P=0,003), für Knie- beziehungsweise Hüftarthrose eine Hazard Ratio von 1,072 (95-%-Konfidenzintervall 1,005–1,143, P=0,035).
Besonders deutlich zeigte sich der Effekt im obersten Quartil des UPF-Konsums: Hier lag das Risiko für Kniearthrose um 28,8 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe mit geringerem Konsum.
Metabolische Signatur als möglicher Vorhersagemarker
Die Autoren der Studie identifizierten zudem eine metabolische Signatur mittels Kernspinresonanzspektroskopie (NMR), die aus 178 Merkmalen bestand und die Entstehung von Kniearthrose vorhersagte. Die entsprechende Hazard Ratio lag bei 1,187 (95-%-Konfidenzintervall 1,124–1,253, P<0,001).
Dieser Befund deutet darauf hin, dass Ernährungsgewohnheiten möglicherweise über nachweisbare Stoffwechselveränderungen im Blut mit dem Gelenkrisiko verknüpft sind – ein Ansatzpunkt für künftige Forschung zu Frühindikatoren.
Einordnung durch die Rheumatologie
Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie äußerte sich zur Rolle der Ernährung bei rheumatischen Erkrankungen zurückhaltend, was pflanzliche Präparate betrifft: Die Studienlage dazu sei bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen unzureichend. Bei Arthrose und Rückenschmerzen wollte die Fachgesellschaft jedoch nicht grundsätzlich von solchen Ansätzen abraten.
Was viele Betroffene über die Verbindung zwischen ihren täglichen Mahlzeiten und Gelenkbeschwerden nicht wissen, zeigt dieser kostenlose Ratgeber mit den 12 stärksten natürlichen Entzündungs-Killern. Kostenlosen Guide für entzündungshemmende Ernährung anfordern
In Deutschland leben nach Angaben der Gesellschaft rund 1,8 Millionen Menschen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung. Die Autoren empfahlen als ergänzende Maßnahmen eine angepasste Ernährung, Fastenphasen und regelmäßige Bewegung. Als potenziell entzündungsfördernd wurde insbesondere Arachidonsäure genannt, die etwa in Schweinefleisch enthalten ist.
Symptome und Risikofaktoren der Arthrose
Arthrose äußert sich typischerweise durch Schmerzen bei Belastung, Morgensteifigkeit, sogenannte Anlaufschmerzen, Gelenkgeräusche und eine eingeschränkte Beweglichkeit, wie ein Überblick auf zeit-heute.de zusammenfasst. Dabei korrelieren Röntgenveränderungen nicht immer mit dem tatsächlichen Ausmaß der Beschwerden – manche Betroffene mit deutlichen strukturellen Veränderungen berichten kaum von Symptomen, während andere mit geringeren Befunden starke Schmerzen empfinden. Als Risikofaktoren gelten Verletzungen, Fehlstellungen der Gelenke, Übergewicht, Fehlbelastung sowie Bewegungsmangel.
Wer bereits unter akuten Gelenkschmerzen leidet, findet in dieser bebilderten Anleitung effektive Hilfe durch gezielte Druckpunkte, die Knie, Schulter und Hüfte in wenigen Minuten entlasten können. 101 Druckpunkte gegen Arthrose jetzt kostenlos entdecken
Ernährung als möglicher Ansatzpunkt
Vor diesem Hintergrund rückt die Ernährung zunehmend als beeinflussbarer Faktor in den Fokus. Ein Ernährungsratgeber auf besinanaliz.com verweist auf klinische Daten, wonach eine anti-inflammatorische Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien Entzündungsprozesse dämpfen kann.
So habe eine über zwölf Wochen durchgeführte Umstellung auf mediterrane Ernährung den Krankheitsaktivitätswert DAS28 um 38 Prozent, den CRP-Wert um 44 Prozent und die Morgensteifigkeit um 52 Prozent gesenkt.
Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2026 kam laut derselben Quelle zu dem Ergebnis, dass eine tägliche Aufnahme von mindestens 2,7 Gramm EPA und DHA den Bedarf an nichtsteroidalen Antirheumatika bei 61 Prozent der Patienten mit rheumatoider Arthritis reduzierte.
Die Befunde zur Rolle hochverarbeiteter Lebensmittel fügen sich damit in ein größeres Bild ein, in dem Ernährungsmuster zunehmend als relevanter Einflussfaktor auf Gelenkgesundheit und Entzündungsgeschehen diskutiert werden. Für Betroffene und Ärzte ergibt sich daraus kein Anlass zu pauschalen Diätvorgaben, wohl aber ein zusätzliches Argument, den Anteil stark verarbeiteter Produkte in der täglichen Ernährung kritisch zu betrachten.
