Ashwagandha: Studie mit 226 Personen findet weniger Stress und Angst
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Belastung durch psychische Erkrankungen nimmt global stetig zu. Im Fachjournal Neuropsychiatric Disease and Treatment erschien im Band 22:633019 eine Veröffentlichung des Autorenteams um Gajwani et al. von Dove Press, die den Einsatz von Ashwagandha-Caplets bei leichter bis mittlerer Stressangst analysiert.
Die randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Multicenter-Studie, die am 14.07.2026 eingereicht und am 11.09.2026 akzeptiert worden war, liefert neue Daten zur Anwendung des pflanzlichen Extrakts.
Studienergebnisse zur Verringerung von Angst und Stress
Die Untersuchung umfasste insgesamt n=226 Probanden, aufgeteilt in eine Behandlungsgruppe mit Ashwagandha (112 Personen) und eine Kontrollgruppe mit Placebo (114 Personen). Die Einnahme erfolgte über einen Zeitraum von 8 Wochen einmal täglich nach dem Essen, vorzugsweise am Abend oder zur Nacht.
Als primäre Endpunkte definierten die Forschenden die Hamilton-Angstskala (HAM-A) sowie den Perceived Stress Scale (PSS-10). Sekundäre Endpunkte betrafen das psychische Wohlbefinden, Fatigue sowie die allgemeine Sicherheit.
Die Auswertungen zeigten sowohl in der Intention-to-Treat- (ITT) als auch in der Per-Protocol-Analyse (PP) eine signifikante Verbesserung mit einem p-Wert von p<0,0001 bei den Parametern PSS-10, HAM-A sowie dem General Health Questionnaire (GHQ-12) im Vergleich zu Placebo. Damit wurde die Überlegenheit des Präparats nach den Leitlinien der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde USFDA bestätigt. Im Rahmen dieser Erhebung wurden weder arzneimittelbezogene noch schwere unerwünschte Ereignisse verzeichnet.
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Globaler Anstieg von Angst- und Belastungsstörungen
Die Autoren betten ihre Untersuchung in die weltweite Krankheitslast ein. Demnach betreffen Angststörungen weltweit mehr als 359 Millionen Menschen. Nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2022 führte die COVID-19-Pandemie zu einem Anstieg von etwa 25 Prozent.
Im Jahr 2021 wurden weltweit 359,2 Millionen Fälle von Angststörungen sowie 332,4 Millionen depressive Störungen verzeichnet. Hochrechnungen deuten auf einen Anstieg auf über 515 Millionen Fälle von Angststörungen bis zum Jahr 2040 hin.
Neurowissenschaftliche Literaturübersichten verweisen darauf, dass akuter wie chronischer Stress kognitive Leistungswerte um etwa 20 Prozent senken kann. Dies betrifft unter anderem das Arbeitsgedächtnis mit rund 22 Prozent, die Aufmerksamkeitsspanne mit circa 20 Prozent, exekutive Funktionen mit etwa 18 Prozent sowie die Verarbeitungsgeschwindigkeit mit rund 15 Prozent, vermittelt durch eine Hyperaktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse und Cortisol. Pflanzliche Mittel wie Ashwagandha oder Rhodiola rosea könnten diese kognitiven Einbußen abmildern, die Evidenz gilt jedoch bislang als vorläufig.
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Behördliche Warnungen und unklare Langzeitrisiken
Trotz positiver Befunde zur kurzzeitigen Anwendung von bis zu 12 Wochen mahnen Fachleute und Behörden zur Vorsicht. Am 21.10.2026 veröffentlichte die brasilianische Regulierungsbehörde Anvisa eine Warnmeldung, nachdem eine britische Konsumentin nach der Einnahme von Ashwagandha Leberversagen, Herzstillstände und schwere Hirnschäden erlitten hatte.
In Brasilien besitzt Ashwagandha (Withania somnifera) keine Zulassung und ist in Nahrungsergänzungsmitteln untersagt, da die Substanz nicht auf der Liste der genehmigten Inhaltsstoffe steht. Die Behörde hob hervor, dass die Bezeichnung als natürlich keinen Schutz vor gesundheitlichen Risiken biete.
Übersichtsarbeiten weisen neben leichten Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Erbrechen oder Durchfall auch auf seltene Fälle von Leberschäden hin. Während Kurzzeitdaten vorliegen, bleiben Langzeitstudien mit mehr als 6 Monaten Einnahmedauer selten.
Zudem bestehen Risiken für Wechselwirkungen mit Sedativa, Anxiolytika und Antikoagulanzien sowie Vorsichtsgebote bei Schilddrüsenerkrankungen. Von einer Einnahme während der Schwangerschaft und Stillzeit wird abgeraten.
