ATTACK-Studie, TĂ€gliches

ATTACK-Studie: TĂ€gliches Aspirin senkt Herzrisiken bei Nierenkranken nicht signifikant

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 09:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Weniger schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse standen mehr schweren Blutungen gegenĂŒber; der Unterschied bei primĂ€ren Ereignissen war nicht signifikant.
Ein heller, steriler Behandlungsraum in einer medizinischen Einrichtung mit klaren architektonischen Linien. Illustration mit AI erstellt.

Die Gabe von niedrig dosierter AcetylsalicylsÀure zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird in der Medizin seit Langem diskutiert. Neue Daten der klinischen ATTACK-Studie liefern nun vertiefte Einblicke in das Nutzen-Risiko-VerhÀltnis einer tÀglichen Gabe von 75 mg Aspirin im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ohne Aspirin bei Personen mit chronischer Nierenerkrankung.

Bei den primĂ€ren kardiovaskulĂ€ren Ereignissen verzeichnete die Untersuchung 56 FĂ€lle unter der Einnahme von Aspirin gegenĂŒber 76 Ereignissen in der Kontrollgruppe. Dieser Unterschied erwies sich jedoch als statistisch nicht signifikant.

Studiendesign und Verlauf unter Pandemiebedingungen

Die Untersuchung war als offenes, randomisiertes Studienformat angelegt und umfasste insgesamt 4.633 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die mittlere Nachbeobachtungszeit der Kohorte belief sich auf 3,1 Jahre.

Der Verlauf der Studie war maßgeblich durch Ă€ußere UmstĂ€nde geprĂ€gt: Die Rekrutierungsphase begann im MĂ€rz 2019, musste jedoch im MĂ€rz 2020 aufgrund der weltweiten Pandemie vorĂŒbergehend unterbrochen werden.

Ein Neustart der Patientenaufnahme erfolgte im MĂ€rz 2021. Das regulĂ€re Follow-up fĂŒr die Erhebung der Endpunkte endete schließlich im Dezember 2023. Die detaillierten Resultate wurden im Oktober 2026 auf der Fachtagung ASN Kidney Week 2026 vorgestellt.

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KardiovaskulÀre Endpunkte und Blutungsrisiken im Vergleich

Die Auswertung der erhobenen Daten zeigt differenzierte Ergebnisse fĂŒr die verschiedenen klinischen Endpunkte. Bei den schweren kardiovaskulĂ€ren Ereignissen ergab sich fĂŒr die Interventionsgruppe eine Hazard Ratio von 0,73 im Vergleich zur Kontrollgruppe.

DemgegenĂŒber steht ein Anstieg bei den unerwĂŒnschten Wirkungen: FĂŒr das Auftreten schwerer Blutungen ermittelten die Studienautoren eine Hazard Ratio von 1,54. Bei der Betrachtung der GesamtmortalitĂ€t lag die Hazard Ratio im Untersuchungszeitraum bei 1,11. Damit bildet die Untersuchung das typische Spannungsfeld einer Thrombozytenaggregationshemmung ab, bei der einer Reduktion ischĂ€mischer Ereignisse stets das Risiko schwerer Blutungsereignisse gegenĂŒbersteht.

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Limitationen und Einordnung der Ergebnisse

Ein zentraler Aspekt bei der Bewertung der Daten betrifft die statistische Aussagekraft. Einem Konferenzbericht zufolge deutet die Untersuchung zwar auf einen möglichen Netto-Nutzen von Aspirin bei chronischer Nierenerkrankung hin, die Studie fiel letztlich jedoch deutlich kleiner aus als ursprĂŒnglich geplant.

Die Unterbrechung der Rekrutierung sowie die geringere Teilnehmerzahl begrenzen die Aussagekraft hinsichtlich der statistischen Signifikanz. Fachleute stehen damit weiterhin vor der Herausforderung, den potenziellen vaskulÀren Schutz gegen das erhöhte Blutungsrisiko bei Patientinnen und Patienten mit eingeschrÀnkter Nierenfunktion individuell abzuwÀgen.

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