Aufstiegs-BAföG, Kabinett

Aufstiegs-BAföG: Kabinett erhöht Förderung auf 18.000 Euro ab August 2027

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 08:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bundeskabinett beschließt höhere Fördersätze beim Aufstiegs-BAföG und flexiblere Jobwechsel, während das Qualifizierungsgeld kaum genutzt wird.

Fortbildungsreform 2026: Mehr Geld und neue Job-Wechsel-Modelle
Eine Gruppe Erwachsener nimmt an einer beruflichen Weiterbildung teil, sitzt an Tischen mit Laptops und diskutiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Neben einem modernisierten Aufstiegs-BAföG sollen neue Instrumente den Fachkräftemangel bekämpfen und den Strukturwandel am Arbeitsmarkt abfedern. Doch die Bilanz bestehender Förderprogramme zeigt: Zwischen staatlichem Angebot und betrieblicher Praxis klafft eine Lücke. Mehr Geld für Meister und Fachwirte Das Bundeskabinett beschloss am 15. Juli 2026 eine Reform des Aufstiegs-BAföG. Sie soll zum 1. August 2027 in Kraft treten. Kernpunkte: Die Förderobergrenze für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren steigt von 15.000 auf 18.000 Euro. Für das Meisterstück verdoppelt sich der maximale Zuschuss von 2.000 auf 4.000 Euro. Nach bestandener Prüfung müssen Absolventen künftig 60 Prozent des KfW-Darlehens nicht zurückzahlen – bisher waren es 50 Prozent. Alleinerziehende erhalten 160 statt 150 Euro Kinderbetreuungszuschlag pro Monat und Kind. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) begrüßte die höheren Fördersätze. Zugleich forderte er weniger Bürokratie und die Förderung von Zweitfortbildungen auf gleicher Qualifikationsstufe. Qualifizierungsgeld: Gute Absicht, magere Resonanz Anzeige Moderne Führungskräfte müssen nicht nur Förderprogramme kennen, sondern auch die Motivation ihres Teams in Zeiten des Wandels sicherstellen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie durch den richtigen Führungsstil die Produktivität und Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter nachhaltig steigern. 5 moderne Führungsstile und praktische Checkliste jetzt kostenlos sichern Während die Politik neue Fördertöpfe öffnet, zeigt eine ernüchternde Bilanz die Schwierigkeiten in der Praxis. Das erst im April 2024 eingeführte Qualifizierungsgeld fand kaum Nutzer. Bis Dezember 2025 beantragten es gerade einmal knapp 400 Personen. Vom bereitgestellten Budget von 200 Millionen Euro für 2024 wurden nur rund 108.000 Euro abgerufen. Im Folgejahr 2025 beliefen sich die Auszahlungen auf etwa 442.000 Euro. Fachverbände machen dafür hohe bürokratische Hürden verantwortlich. Besonders kleine und mittlere Betriebe scheitern an den Voraussetzungen: Unter anderem müssen mindestens zehn Prozent der Belegschaft vom Strukturwandel betroffen sein – eine Hürde, die in der Praxis kaum zu nehmen ist. Job-Hopping auf Probe wird erlaubt Die Regierung setzt zudem auf flexiblere Übergänge zwischen Jobs. Mit der Mitte Juli 2026 beschlossenen „Job-to-Job-Erprobung“ dürfen Beschäftigte bis zu vier Wochen – in Ausnahmefällen sechs – bei einem neuen Arbeitgeber zur Probe arbeiten. Ihr altes Arbeitsverhältnis müssen sie dafür nicht kündigen. Anzeige Neue Arbeitsmodelle und Erprobungsphasen erfordern eine strukturierte Integration, um Fluktuation von Anfang an zu vermeiden. Mit dieser professionellen Onboarding-Checkliste schaffen Führungskräfte einen erfolgreichen ersten Eindruck und binden neue Talente langfristig an das Unternehmen. Kostenlose Onboarding-Checkliste und Leitfaden herunterladen Flankiert wird das durch einen angekündigten Bürokratieabbau. Unternehmen sollen jährlich um rund 10,4 Milliarden Euro entlastet werden. So sollen etwa 123.000 Sicherheitsbeauftragte in kleineren Betrieben wegfallen können – eine Ersparnis von 720 Millionen Euro pro Jahr. Die gesetzliche Verabschiedung ist für Ende November 2026 geplant. KI-Kurse und Spezialwissen gefragt Inhaltlich rücken technologische Kompetenzen in den Fokus. Ein seit 2025 laufendes Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt: Generative KI wird bereits breit in der Ausbildung erprobt, vor allem für Recherche und Materialplanung. Neue Zertifikatslehrgänge wie zum KI-Manager sollen die Anforderungen der EU-KI-Verordnung in den Betrieben verankern. Auch in spezialisierten Branchen wächst das Angebot: Im September und November 2026 starten Workshops zum „Cyber Resilience Act“ für Produkthersteller. Anfang Dezember 2026 beginnt ein neuer Hochschul-Zertifikatskurs für Projektmanagement in der Baubranche in Oberhausen. Die Polyurethan-Industrie bietet im Herbst 2026 Fachseminare an Universitäten an. Im Gesundheitswesen reagieren Einrichtungen wie das Universitätsklinikum Regensburg mit flexiblen Modellen: Der „FlexCare-Pool“ ermöglicht Pflegekräften individuell planbare Einsätze, um Beruf und Privatleben besser zu vereinbaren.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69785251 |