Frauen, Symptomen

axSpA: Frauen mit atypischen Symptomen werden oft übersehen

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 21:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Verzögerte axSpA-Erkennung: Frauen zeigen oft atypische Symptome. Neue Bildgebungsverfahren und KI könnten die Diagnose verbessern.

axSpA-Diagnose: Geschlechterunterschiede und neue Bildgebung als Schlüssel zur Früherkennung
Ein hochauflösender MRT-Scan der Wirbelsäule auf einem medizinischen Monitor in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Diagnose der axialen Spondyloarthritis (axSpA), zu der auch Morbus Bechterew zählt, verzögert sich in der Praxis oft erheblich. Vor allem geschlechtsspezifische Unterschiede und Grenzen der Standarddiagnostik erschweren die Erkennung.

Frauen zeigen oft atypische Symptome

Klassisch gilt chronischer Kreuzschmerz als Leitsymptom. Doch Frauen weisen häufig ein anderes Muster auf: Schmerzen in Nacken, Hüften oder peripheren Gelenken stehen im Vordergrund, begleitet von Enthesitis – Entzündungen der Sehnenansätze – und ausgeprägter Müdigkeit.

Zusätzlich tückisch: Entzündliche Prozesse an der Wirbelsäule bleiben im Röntgenbild oft unsichtbar. Die Magnetresonanztomographie (MRT) erkennt solche Veränderungen deutlich früher. Der genetische Marker HLA-B27 hilft zwar, ist aber nicht beweisend – er kommt auch bei Gesunden vor.

Biologika-Markt: Wettbewerb nimmt Fahrt auf

Eine frühe Diagnose wird umso wichtiger, je mehr Therapieoptionen verfügbar sind. Der Markt für Interleukin-Hemmer wächst: Celltrion reichte im Sommer 2026 bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) den Zulassungsantrag für CT-P55 ein – ein Biosimilar zu Secukinumab (Cosentyx), eingesetzt bei Plaque-Psoriasis, Psoriasis-Arthritis und axSpA.

Die wirtschaftliche Dimension ist gewaltig: Cosentyx erzielte 2025 einen Umsatz von rund 6,7 Milliarden US-Dollar. Bereits im Mai und Juni 2026 erfolgten Einreichungen in Kanada und Südkorea. Gezielte Biologika-Therapien können langfristige Gelenkschäden verhindern – wenn die Diagnose früh genug steht.

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PET/CT und KI: Neue Wege in der Diagnostik

Forschende suchen nach Wegen, Therapieerfolge vorherzusagen. Eine Ende Juli 2026 im Journal of Nuclear Medicine veröffentlichte Studie untersuchte PET/CT-Scans mit dem Tracer 11C-DPA-713. Ergebnis: Die Tracer-Aufnahme korrelierte signifikant mit der klinischen Aktivität nach 26 Wochen. Solche Verfahren könnten künftig vorhersagen, ob Patienten auf Anti-TNF-Therapien ansprechen.

Parallel setzen Diagnosezentren zunehmend auf KI-gestützte Bildanalyse. Einrichtungen wie in Wolfsburg kombinieren digitale Röntgentechnik, MRT und Algorithmen für präzisere Befunde.

Strukturelle Probleme im Gesundheitswesen

Die axSpA ist kein Einzelfall chronischer Schmerzerkrankungen mit Diagnoseverzögerung. In Bayern steigen die Fallzahlen bei Endometriose – im Durchschnitt vergehen über sieben Jahre bis zur Diagnose.

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Auch die Digitalisierung birgt Risiken: In Nordrhein-Westfalen dokumentierten Praxen teils fehlerhafte Diagnosen in der elektronischen Patientenakte (ePA). Sorgfältige Datenpflege wird damit zur Patientensicherheitsfrage.

Sozialverbände kritisieren zudem zunehmend telefonische Begutachtungen bei Pflegegraden. Die gesetzlich vorgesehenen Hausbesuche fallen immer häufiger aus – mit der Folge vermehrter Widersprüche gegen fehlerhafte Einstufungen.

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