Betrugswelle, Senioren

Betrugswelle: Senioren um 175.000 Euro in Danzig gebracht

Veröffentlicht am: 21.06.2026 um 16:46 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Perfide Maschen mit falschen Polizisten und Bankmitarbeitern: Aktuelle FÀlle zeigen hohe Verluste bei Àlteren Menschen.

Betrugswelle in Deutschland: Senioren um hohe Summen gebracht
Eine Ă€ltere Frau wirkt verzweifelt, wĂ€hrend sie telefoniert, im Hintergrund eine verschwommene Figur in Polizeiuniform. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Die TĂ€ter geben sich als Polizisten, Bankmitarbeiter oder Amtspersonen aus.

Dresden und Umgebung im Visier der Kriminellen

Besonders schwer traf es die Region Dresden. Am 19. Juni verlor eine 87-jĂ€hrige Frau aus Pirna GoldmĂŒnzen und Schmuck im Wert von rund 65.000 Euro. Die BetrĂŒger gingen dabei arbeitsteilig vor: Ein angeblicher Bankmitarbeiter rief an, ein Komplize gab sich spĂ€ter als Polizist aus. Am selben Tag ĂŒbergab eine 86-JĂ€hrige in Wilsdruff-Mohorn ihre Bankkarten und Goldschmuck einem falschen Beamten. Die genaue Schadenshöhe wird noch ermittelt.

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Die Masche der „Schockanrufe" traf auch einen 92-jĂ€hrigen Mann in Wiesbaden-Kostheim. Die TĂ€ter behaupteten am Telefon, ein Angehöriger habe einen tödlichen Unfall verursacht. Gegen Kaution könne die Haft abgewendet werden. Das Opfer ĂŒbergab noch am Nachmittag einen fĂŒnfstelligen Betrag in seiner Wohnung. Bereits am Vortag erbeuteten BetrĂŒger in Korbach rund 100.000 Euro mit derselben Masche.

Falsche Bankmitarbeiter fordern EC-Karten

In Wabern-Hebel ĂŒbergab eine Seniorin am 16. Juni ihre EC-Karte mitsamt PIN an einen angeblichen Bankmitarbeiter. Der etwa 30-jĂ€hrige Mann mit hellblauem Hemd hob anschließend 6.000 Euro von ihrem Konto ab.

Internationale Dimension: „Digitale Festnahmen" in Indien

Die Betrugswelle beschrĂ€nkt sich nicht auf Europa. In Visakhapatnam, Indien, verlor eine 62-jĂ€hrige pensionierte Krankenschwester umgerechnet rund 50.000 Euro. Die TĂ€ter gaben sich als Ermittler der indischen Bundespolizei CBI aus und behaupteten, ihre IdentitĂ€t werde fĂŒr illegale AktivitĂ€ten missbraucht. Per Videoanruf drohten sie mit sofortiger Festnahme – es sei denn, sie ĂŒberweise Geld zur ÜberprĂŒfung.

In Akola gelang der Polizei ein Erfolg: Zwei MÀnner, die sich als CBI-Beamte ausgaben, raubten am 20. Juni einen HÀndler um umgerechnet 28.000 Euro. Die Beamten fassten die VerdÀchtigen innerhalb von zwölf Stunden und stellten das Geld sicher.

In Danzig, Polen, verlor eine 61-JĂ€hrige umgerechnet 175.000 Euro. Die TĂ€ter gaben sich als Polizisten und Mitarbeiter der Kreditauskunftei BIK aus.

So arbeiten die BetrĂŒgerbanden

Nach der Festnahme eines TelefonbetrĂŒgers, der von der Ukraine aus operierte, wurden Einblicke in die Struktur der Banden möglich. Die TĂ€ter nutzen Datenbanken Dritter, um gezielt Opfer ĂŒber 60 Jahre auszuwĂ€hlen. Die Gewinnverteilung folgt einem festen Schema: Der Anrufer erhĂ€lt 7,5 Prozent der Beute, Komplizen zehn Prozent. Der Löwenanteil fließt an die Organisatoren.

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Die Verbraucherzentrale Baden-WĂŒrttemberg warnt zudem vor einer neuen Variante: BetrĂŒger geben sich als Mitarbeiter von Verbraucherschutzorganisationen aus und locken Opfer auf gefĂ€lschte Webseiten. Parallel laufen Phishing-Kampagnen, die Kunden von Sparkasse, PayPal und Booking.com ins Visier nehmen.

Was Betroffene tun sollten

Die Polizei stellt klar: Echte Beamte oder Bankmitarbeiter fordern niemals Bargeld, Gold oder PINs am Telefon oder an der HaustĂŒr. Kautionen oder Sicherheitsleistungen werden nie spontan zu Hause abgeholt oder auf private Konten ĂŒberwiesen. Wer einen verdĂ€chtigen Anruf erhĂ€lt, sollte sofort auflegen und die örtliche Polizeidienststelle kontaktieren.

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