Blutdruck, Lactobacillus

Blutdruck: Lactobacillus senkt Werte um bis zu 14 mmHg

Veröffentlicht: 10.07.2026 um 17:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Neue Sicherheitsmaßnahmen für Desogestrel-Präparate wegen Meningeom-Risiko. Zudem Boxed Warning für Immunmedikament und Warnung vor Dosierungsfehlern bei Kinderarznei.

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Eine Nahaufnahme einer medizinischen Ampulle mit einem roten Warnetikett im Vordergrund, vor einem verschwommenen Laborhintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Betroffen sind Präparate mit Desogestrel oder Etonogestrel.

Grund ist ein geringfügig erhöhtes Risiko für Meningeome – meist gutartige Geschwülste der Hirnhaut. Laut Statistik kommt ein zusätzlicher Fall auf 67.300 Anwenderinnen. Patientinnen mit bestehendem oder früherem Meningeom dürfen die Mittel nicht mehr anwenden.

Boxed Warning für Immunmedikament

Parallel dazu erhält Litfulo (Ritlecitinib) eine sogenannte Boxed Warning. Die Warnung betrifft ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen, Krebserkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Ereignisse und Thrombosen.

Besonders bei Patienten über 65 Jahren, Rauchern oder Menschen mit vorbestehenden Herz-Risiken soll das Mittel nur ohne therapeutische Alternative verordnet werden.

Dosierungsfehler bei Kinderarznei

Ein Rote-Hand-Brief warnt vor möglichen Überdosierungen bei Keppra 100 mg/ml (Levetiracetam). Die Lösung für Kleinkinder bekommt eine neue Packungsgröße von 150 ml – die 3-ml-Spritze wird durch eine 5-ml-Spritze ersetzt.

Bei falscher Handhabung drohen Somnolenz, Atemdepression oder Agitiertheit. Betreuungspersonen müssen explizit in die neue Dosierung eingewiesen werden.

Kampf gegen Arzneimittelfälschungen

Die Behörden verstärken den Kampf gegen illegale Medikamentenkopien. In Südafrika ordnete die Gesundheitsaufsicht den Rückruf nicht zugelassener Nachahmungen von Semaglutid und Tirzepatid an.

In Deutschland bleibt das Problem ebenfalls akut: Das Regierungspräsidium Karlsruhe stufte bei Zollfunden aus 2025 rund 80 Prozent der geprüften Produkte als illegal oder gefälscht ein. Besonders betroffen: als Lebensmittel getarnte Potenzmittel und gefälschte Abnehmspritzen.

Versorgungssicherung in der Krise

Um Lieferengpässe zu vermeiden, gilt für Adenosin Hikma eine befristete Ausnahmeregelung bis zum 30. September 2026. Das BfArM erlaubt den Verkauf von Packungen in italienischer Aufmachung in Deutschland. Diese haben keine deutsche Pharmazentralnummer und können nicht über das securPharm-System ausgebucht werden.

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Seit dem 2. Juli 2026 dürfen Apotheken in dringenden Ausnahmefällen verschreibungspflichtige Medikamente für die Dauermedikation einmalig ohne Rezept abgeben. Die Regelung steht im neuen § 48a AMG.

Digitale Arzneimittelinformationen

Ein weiterer Digitalisierungsschritt: Seit Januar 2026 lassen sich digitale Arzneimittelinformationen (ePI) per Google Lens direkt über den GS1 DataMatrix-Code auf der Packung abrufen.

Spargesetz und Forschung

Das Beitragssatzstabilisierungsgesetz bringt weitreichende Einschnitte. Die Zuzahlungen für Medikamente steigen auf 7,50 bis 15 Euro. Die Homöopathie wird als Kassenleistung gestrichen, der Festzuschuss für Zahnersatz sinkt. Ziel ist eine Entlastung von rund 18,8 Milliarden Euro bis 2027.

In der Forschung zeigen sich neue Ansätze: Eine Studie von Jiang et al. (2026) belegt, dass bestimmte Lactobacillus-Arten bei Bluthochdruck-Patienten den systolischen Blutdruck um bis zu 14 mmHg senken können. Als Ursache gelten eine verbesserte Darmbarriere und entzündungshemmende Effekte.

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Neue Krebstherapie

Seit dem 1. Juli 2026 ist Tarlatamab (Imdylltra) zur Behandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms (ES-SCLC) zugelassen. Der bispezifische Antikörper erfordert jedoch besondere Vorsicht – das Risiko für ein Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) muss überwacht werden.

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